Innenseitige Arthrose des Kniegelenks – Hilfe durch Umstellungsosteotomie
am 06.08.2010 • erschienen auf NH24.de
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Assistenzärztin Anne-Kathrin Bleich (r.) demonstriert, wie die Mädchenfänger über die Finger gestülpt und aufgehängt werden. Um eine zusätzliche Streckung zu erreichen, wird am angewinkelten Oberarm eine Manschette angelegt und ein weiteres Gewicht angehängt. Krankenschwester Christa Frank „opferte“ sich als Patientin. Fotos: Florian Funck |
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Einsatzgebiet der Mädchenfänger ist ein handgelenksnaher Bruch des auf der Außenseite des Armes verlaufenden Unterarmknochens (Speiche). Eine solche distale Radiusfraktur - so der medizinische Fachbegriff - ist sehr häufig. Es passiert meist durch einen Sturz auf die ausgestreckte Hand. Wenn kein komplizierter Bruch und keine Handgelenkverletzung vorliegt, ist die Stunde der Mädchenfänger gekommen. Es sind schlauchartige Bastgeflechte mit einem Haken, die über die Finger gestülpt und aufgehängt werden, um den gebrochenen Knochen wieder auf die anatomisch korrekte Achse zu bringen.
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Anne-Kathrin Bleich, Assistenzärztin in der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, erklärt es genauer: „Der Patient liegt auf dem Rücken und erhält gegebenenfalls eine örtliche Narkose. Der Arm wird hoch gelagert, so dass der Ellenbogen einen rechten Winkel bildet. Über die Finger werden nun die Mädchenfänger gestülpt. In dem Moment wo die Haken der ‚geflochtenen Helfer’ aufgehängt werden, zieht sich das Bastgeflecht zu und die Finger sind ‚gefangen’. Um eine zusätzliche Streckung zu erreichen, wird am angewinkelten Oberarm eine Manschette angelegt und ein weiteres Gewicht angehängt. Ist der gebrochene Knochen in der anatomisch exakten Position, wird der Unterarm in dieser Aufhängung eingegipst. Die Entspannung der Bruchstelle durch sanften Zug hat den großen Vorteil, dass Blutgefäße, Nerven, Haut und Unterhautfettgewebe geschont werden.“
Mädchenfänger werden nicht nur in der konservativen Knochenbruchbehandlung eingesetzt. Auch bei einer notwendigen operativen Frakturversorgung dienen sie als Lagerungshilfe.
Woher der Name „Mädchenfänger“ kommt, ist nicht genau bekannt. Selbst der medizinhistorisch bewanderte Experte für Handchirurgie in der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, Dr. Horst Haferkamp, muss passen. Er vermutet: „Früher, als die Medizin noch eine reine Männerdomäne war, wurden nicht selten Begriffe für medizinische Geräte oder anatomische Gegebenheiten geprägt, die heute als frauenfeindlich gelten würden. Aber diese Begriffe haben sich ähnlich wie der ‚Altweibersommer’ bis heute gehalten.“
Text: Dr. Gisela Heimbach
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Innenseitige Arthrose des Kniegelenks – Hilfe durch Umstellungsosteotomie
am 04.08.2010 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Christian Lörke |
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Viele Menschen leiden unter einem innenseitigen, schmerzhaften Kniegelenkverschleiß. Und das schon in jüngerem Alter. Hierfür gibt es eine Reihe von Ursachen. Etwa Kreuzbandverletzungen. Sie können zur Instabilität und damit zur Fehlbelastung des Kniegelenks führen. Eine innenseitige Kniegelenkabnutzung kann aber auch durch vorangegangene operative Eingriffe wie beispielsweise eine Meniskusteilentfernung entstehen. Nicht zuletzt belastet insbesondere die O-Beinfehlstellung das Kniegelenk innen. Um gerade bei Patienten jüngeren und mittleren Alters eine Knieprothese zu vermeiden, kann die Beinachse korrigiert, die Fehlbelastung beseitigt und das Fortschreiten der Arthrose gebremst werden. Diese Methode nennt sich Umstellungsosteotomie. Voraussetzung ist allerdings, dass der außenseitige Gelenkknorpel vollkommen intakt ist. Osteoporose und Gelenkrheuma dürfen nicht vorliegen und der Patient sollte Nichtraucher sein, da bei einem Raucher der Knochen nicht ausreichend heilt.
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Aufgeklappt und gerichtet
Zunächst wird anhand einer Röntgenaufnahme des Beins im Stehen der Korrekturwinkel bestimmt und die geplante Beinachse exakt ausgerechnet und eingezeichnet. Zu Beginn der OP überzeugt sich der Operateur noch einmal arthroskopisch vom Zustand des restlichen Kniegelenkknorpels. Ist alles topp, steht der Umstellungsosteotomie nichts mehr im Wege. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten: die zuklappende OP-Methode an der Außenseite des Schienbeins und die aufklappende Methode an der Innenseite. „In der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel ziehen wir die aufklappende OP-Variante vor, da sie nach aller Erfahrung erfolgreicher ist“, erklärt Leitender Oberarzt Dr. Christian Lörke und erläutert die Operation. „Nach einem etwa sechs Zentimeter langen Schnitt wird das Schienbein von der Innenseite her eingesägt. Die Außenseite der Knochenverbindung bleibt und dient als Scharnier. Nun klappen wir den Knochen um den errechneten Korrekturwinkel auf, so dass ein dreiecksförmiger Spalt entsteht. Dieser wird mit einer winkelstabilen Platte fixiert“.
Meist hilft sich der Körper selbst
Den künstlich erzeugten Spalt füllt der Körper ähnlich wie bei einem Knochenbruch nach und nach mit Knochen wieder auf. Sollte der Spalt zu groß für die Selbstheilung sein - etwa bei einer sehr ausgeprägten O-Beinstellung - wird er mit einem Knochenspan aus dem Beckenkamm des Patienten oder mit Material aus der klinikeigenen Knochenbank aufgefüllt. Die Entscheidung trifft der Patient schon vor der OP. „Durch die Begradigung der Beinachse mitunter auch durch Verschieben in eine leichte X-Beinstellung wird der abgenutzte Teil des Gelenkknorpels entlastet und der Druck mehr auf die gesunden Knorpelanteile verlagert“, erklärt Dr. Christian Lörke, Leiter der Gelenkchirurgie und Sportorthopädie der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel.
Bald wieder auf geraden Beinen
In den ersten sechs Wochen nach der OP sollte das Bein nur teilbelastet werden. Unterstützung durch Gehhilfen, Mobilisierung durch Krankengymnastik und gezieltes Muskelaufbautraining machen eine normale Belastung nach circa drei Monaten möglich. „Die eingesetzte Platte ist sehr stabil und macht jede Bewegung mit. Sie wird etwa nach einem Jahr in einer kleinen OP wieder entfernt. Dann steht auch einem sportlich aktiven Leben nichts mehr im Wege“, so der Facharzt.
Text: Dr. Gisela Heimbach
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Hallux rigidus … und irgendwann reicht's dem Zeh nur noch zum Wackeln
am 04.08.2010 erschienen
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Dr. Burkhard Mai |
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Auf den Sonntag freut sich Kurt H. jede Woche besonders. Denn Sonntag ist Tanz-Tee-Tag. Pünktlich um 17 Uhr treffen der 67-Jährige und seine Frau Helma sechs befreundete Paare, mit denen sie die Woche schwungvoll ausklingen lassen. Doch vor einigen Monaten verspürte Kurt nach dem sonntäglichen Vergnügen Schmerzen im großen Zeh. Und es wurde mit jedem Mal schlimmer, so dass das Tanzen schließlich eher zur Qual wurde. Er besuchte die Fußsprechstunde der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel und für Dr. Burkhard Mai, Leiter der Orthopädischen Rheumatologie, stand nach der Untersuchung fest: „Hier handelt es sich um einen Hallux rigidus im leicht fortgeschrittenen Stadium“.
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Zuerst limitus, dann rigidus
Der Hallux - der große Zeh - ist zuerst „limitus“ (eingeschränkt) und schließlich „rigidus“ (steif, starr). Grund ist eine sich langsam und über die Jahre entwickelnde Abnutzung des Grundgelenkes der Großzehe. Im Anfangsstadium zeigt sich die Arthrose als Schmerz. Nach und nach fällt das Gehen immer schwerer, denn die wichtigsten Bewegungen des Zehs - das Beugen Richtung Sohle und das Strecken Richtung Fußrücken - werden mehr und mehr eingeschränkt. Oberarzt Dr. Burkhard Mai dazu: „Gerade die Streckfähigkeit der großen Zehe, die der Fuß zum Abrollen benötigt, geht irgendwann gänzlich verloren und die Zehe versteift in einer geraden Zwischenstellung. Ab dann ist nur noch eine geringe Wackelbewegung möglich.“ Die Schmerzen werden stärker, das Gelenk wird rot, warm und schwillt an. Und nicht nur gehen, sondern auch Treppen steigen, bergauf gehen und eben tanzen fallen immer schwerer. Um das Ganze doch noch erträglich zu machen, gewöhnen sich manche Menschen falsche Bewegungsabläufe an, die mit der Zeit zusätzliche Probleme in Knien und Hüften verursachen. Was genau zum Hallux rigidus führt, ist unklar. „Länger anhaltende hohe körperliche Belastung kann ein Grund sein. Auch eine genetische Veranlagung ist möglich. Manche Menschen haben schlechten Zahnschmelz, bei anderen ist die Knorpelschicht nicht gut ausgebildet“, so der Fachmann. Und weiter: „Fest steht, dass Gicht sich schädigend auf den Knorpel auswirkt.“ Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Das Alter spielt jedoch weniger eine Rolle. (Abb. rechts: Hallux rigidus. Die große Beule ist eine Knochenwucherung als Reiz auf die Großzehenarthrose. Foto: Dr. Burkhard Mai)
Was tun gegen den steifen Zeh?
Orthopäden brauchen keine aufwändigen Untersuchungsmethoden, um den Hallux rigidus festzustellen. Betasten, hinschauen und fragen reicht. Das Röntgenbild bringt es ans Licht: Dort, wo früher der schützende Knorpel im Gelenk saß, ist jetzt kein Spalt zu sehen. Zum Glück gibt es eine Menge geeigneter Methoden, um einer drohenden Versteifung entgegen zu wirken oder zumindest die Beschwerden zu lindern und die Belastungsfähigkeit des Fußes zu verbessern. In jedem Fall sind besondere Vorrichtungen im Schuh wie die Hallux-rigidus-Feder oder eine Ballenrolle hilfreich. Sie entlasten den Zeh beim Beugen und Strecken. Naturheilmittel wie Akupunktur oder eine Mischung aus Weihrauch und Teufelskralle bringen manchen Menschen ebenfalls Erleichterung. Natürlich werden auch schmerz- und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Daneben halten die Fachleute eine ganze Palette verschiedener Operationstechniken bereit. Die „Cheilektomie“, die die Beweglichkeit des Zehs erhält, jedoch mit dem Risiko von Restschmerzen verbunden ist, findet im Frühstadium Anwendung. Bei einer anderen Methode wird das Zehgelenk in einer günstigen Position bewusst versteift. Diese sogenannte „Arthrodese“ ist für jüngere und sportlich aktive Patienten geeignet. Ihr besonderer Vorteil besteht darin, dass die Belastungsfähigkeit des Fußes durch die Versteifung kaum beeinträchtigt ist. Bei alten Menschen, deren Aktionsradius sehr begrenzt ist, bietet sich eine Gelenkprothese an. „Ausschlaggebend bei der Wahl der OP-Methode ist immer der Mensch und seine Gewohnheiten. Ist er sportlich aktiv, welchen Beruf übt er aus, welches Gewicht bringt er auf die Waage und hat er eventuell schon andere Erkrankungen“, resümiert Dr. Burkhard Mai. In jedem Fall ist nach einer OP eine rasche Mobilisierung und Krankengymnastik angesagt. Nach zwölf Wochen konnte auch Kurt H. sein sonntägliches Tanzvergnügen wieder genießen.
Text: Claudia Daß
Oberschenkelhalsbruch – warum trifft es so oft ältere Menschen?
am 22.02.2010 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Axel Blasi |
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Junge Menschen brechen sich den Arm, das Bein oder auch den Finger. Bei älteren Menschen dagegen steht der Oberschenkelhalsbruch an erster Stelle. Oft genügt ein Ausrutscher in der Küche oder ein Stolpern über die Teppichkante. Man fällt und der Schenkelhals ist gebrochen. Warum das so ist, erklärt Oberarzt Dr. Axel Blasi, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des Fachbereichs Traumatologie der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel.
(Abb. links: Oberarzt Dr. Axel Blasi zeigt, wie ein Oberschenkelhalsbruch vor und nach der Operation aussieht.)
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Was genau ist ein Oberschenkelhalsbruch?
Dr. Axel Blasi: Der Oberschenkelknochen ist der längste und schwerste Knochen, den wir haben. An seinem oberen Ende befindet sich der Hüftkopf, der mit der Hüftpfanne des Beckens das Hüftgelenk bildet. Bricht infolge eines Sturzes der Knochen direkt unter dem Hüftkopf am oberen Teil des Oberschenkelknochens, dem Schenkelhals, spricht man von einem Oberschenkelhalsbruch.
Warum ist der Oberschenkelhalsbruch eine typische Verletzung bei älteren Menschen?
Dr. Axel Blasi: Es gibt mehrere Faktoren, die beim alternden Menschen das Risiko eines Oberschenkelhalsbruches erhöhen. Zunächst spielt die abnehmende Festigkeit der Knochen eine Rolle. Besonders Frauen sind davon betroffen (Osteoporose). Ältere Menschen leiden oft auch an Herz-Kreislauf- oder Nervenerkrankungen, die immer wieder zu Schwindelanfällen oder kurzer Bewusstlosigkeit und somit zu Stürzen führen. Sehprobleme, ein altersbedingt unsicherer Gang oder die Einnahme mehrerer Medikamente tun ihr Übriges dazu. Auch ein vermindertes Reaktionsvermögen führt zum direkten Aufprall auf das Becken und den Hüftbereich, sodass es hier häufig zu Verletzungen des hüftgelenksnahen Oberschenkels kommt.
Wie wird der Oberschenkelhalsbruch behandelt?
Dr. Axel Blasi: Möglichst bald wieder auf die Beine zu kommen - das ist bei älteren Menschen die wichtigste Regel. Deshalb sollte das verletzte Bein möglichst schnell stabilisiert werden. Wir unterscheiden zwischen Hüftkopf erhaltenden und Hüftkopf ersetzenden Verfahren. Eine nichtoperative Behandlung ist hier in Ausnahmefällen möglich, meist ist eine Operation unvermeidlich. Welches Verfahren wir einsetzen, entscheidet letztlich der Allgemeinzustand des Patienten sowie die genaue Bruchstelle. Bei der Hüftkopf erhaltenden Technik setzt der Operateur Schrauben, Nägel oder Platten zur Befestigung ein. Diese können langfristig im Körper verbleiben. Bei der Hüftkopf ersetzenden Technik implantieren wir ein künstliches Hüftgelenk. Diese OP wird pro Jahr etwa 380 Mal in unserer Klinik durchgeführt und ist eine der häufigsten Operationen überhaupt. Bereits wenige Tage danach beginnen wir mit Krankengymnastik. Eine mehrwöchige Rehabilitation schließt sich an. In den meisten Fällen kann das Bein sofort wieder voll belastet werden. Dennoch kann es bis zu einem Jahr dauern, bis der Patient sich an das neue Gefühl gewöhnt und seine vollständige Geh- und Bewegungsfähigkeit wieder erlangt.
Was sollte man nach der OP beachten und wie kann man einen erneuten Bruch verhindern?
Dr. Axel Blasi: Um die Gefahr des Ausrenkens zu verringern, sollte die Toilette und das Bett erhöht werden. Übergewichtige Menschen sollten abnehmen. Wir empfehlen Schwimmen oder Radfahren als geeignete muskelkräftigende Sportarten. Natürlich ist eine weitere Unterstützung durch Krankengymnastik wichtig. Zur allgemeinen Prophylaxe ist eine kalziumreiche Ernährung ratsam. Sportliche Betätigung wirkt sich natürlich immer günstig auf die Stabilität der Knochen aus. Aber auch eine altersgerechte Wohnungseineinrichtung mit entsprechenden Hilfsmitteln und angepasstes Schuhwerk spielen eine große Rolle.
Text: Claudia Daß
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Bandscheibenprothese macht Halswirbelsäule wieder beweglich und schmerzfrei
am 11.10.2010 • erschienen auf NH24.de
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Ulrich Schmitz-Sieg |
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Andrea Habitzl lacht wieder und ist überglücklich. Das war in den vergangenen Jahren anders. Ein Bandscheibenvorfall zwischen dem 5. und 6. Halswirbel verursachte Tag und Nacht heftige Schmerzen. Taubheit und Kraftlosigkeit im rechten Arm kamen hinzu. Andrea Habitzl konnte Kopf und Hals nicht mehr bewegen. Das Leben der 42-jährigen Altenpflegerin aus Niedenstein war eine einzige Qual. Doch es gab eine Lösung für ihr Problem: eine Bandscheibenprothese der neuesten Generation.
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Schlichter Name – große Wirkung
Der schlichte Name des Implantats „M6“ leitet sich ab von „Motion 6“. Es bedeutet, dass die Prothese alle sechs Bewegungsebenen einer natürlichen Bandscheibe täuschend echt nachahmt. Die „M6“ ist das erste Implantat auf dem Markt, das diese Bewegungsqualität aufweist, so dass die umliegenden Bandscheiben und Wirbelkörpersegmente nicht zusätzlich belastet werden. Der Leiter der Wirbelsäulenchirurgie der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel, Ulrich Schmitz-Sieg, zählt weitere Pluspunkte auf: „Sie ist der Anatomie und Funktion der natürlichen Bandscheibe täuschend ähnlich. Ein hochelastischer Kunststoffkern hält wie der natürliche Gallertkern der Bandscheibe dem Druck stand und hat sehr gute Dämpfungseigenschaften.
Den natürlichen Faserknorpelring imitiert ein gewebter Ring aus Polyethylen, der durch eine weitere Umhüllung mit hochelastischem Kunststoff die Prothese nach außen hin abschirmtund das Eindringen von Gewebe verhindert. Verankert wird die Prothese oben und unten mit zwei speziellen Titanplatten, so dass der Knochen optimal am Implantat anwachsen kann.“ (Abb. links: Bandscheibenprothese M6 nach der Implantation in der Halswirbelsäule; Modell)
Schnell wieder fit
Nach einem etwa 4 cm-langen Schnitt an der Halsvorderseite wird die beschädigte Bandscheibe entfernt, der Wirbelkanal und die abgehenden Nervenwurzellöcher entlastet und das Implantat an dieser Stelle eingesetzt. Gleich nach der OP konnte Andrea Habitzl Kopf und Hals schon wieder gut bewegen. Sie benötigte keine Schmerzmittel, auch keine Stützbandage und war nach fünf Tagen wieder daheim. Nach wenigen Wochen hat sie unter professioneller Anleitung begonnen, ihre geschwächte Hals- und Schultermuskulatur wieder aufzubauen. Die Patientin hat ein großes Stück Lebensqualität zurück gewonnen. Denn die Alternative wäre eine Versteifung des betroffenen Wirbelsäulensegments mit entsprechender Bewegungseinschränkung gewesen. (Abb. rechts: Bandscheibenvorfall mit eingeklemmtem Nerv. Fotos: Spinal Kinetics)
Text: Dr. Gisela Heimbach
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Achillessehnenriss – eine häufige Verletzung bei sportlich Aktiven
am 29.01.2010 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Dieter Krackrügge |
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Unverwundbar sollte Achilleus werden. Deshalb tauchte ihn seine göttliche Mutter Thetis in den Unterweltfluss Styx. Das Wasser erreichte jedoch nicht die Ferse, wo sie ihn hielt. Dort blieb er für den Pfeil des Gottes Paris verletzbar. Genauso geht es der menschlichen Achillessehne – vermeintlich die stärkste Sehne des Körpers, fingerdick, ist sie doch nicht vor allem gefeit. Hohe Belastungen beim Sport lassen die am Fersenbein ansetzende und zwei Handbreit höher in den Wadenmuskel übergehende Sehne bisweilen reißen.
(Abb. links: Dr. Dieter Krackrügge zeigt, wie lang die Achillessehne ist. Zur Veranschaulichung ist sie schwarz markiert.)
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Fußballer trifft es eher als Krawattenträger
Man kennt die Bilder aus Fußballspielen. Das Spiel ist in vollem Gange und plötzlich, ohne Vorwarnung, fällt ein Ballack, Podolski oder Lahm zu Boden – wie ein gefällter Baum. Diagnose: Archillessehnenruptur. Bei sportlich aktiven Menschen und besonders bei Fußballern reißt die Sehne überdurchschnittlich oft. Ebenso risikoreich sind andere Sportarten, wo die Sehne ruckartig stark gedehnt wird: Ski fahren, Springen oder Laufen. Männer im Alter von 30 bis 50 Jahren erwischt es am häufigsten. Also doch besser die Krawatte gar nicht ausziehen und auf Sport verzichten? Dr. Dieter Krackrügge, Facharzt für Orthopädie in der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel erläutert: „Es ist natürlich immer besser, Sport zu treiben als es zu lassen. Denn in einem trainierten Körper ist auch die Achillessehne trainiert und kennt die abrupten Bewegungen. Vorsichtig sollten untrainierte Menschen sein. Sie sollten nicht gleich zehn Kilometer joggen“.
Ein Knall wie ein Peitschenhieb
Ein Achillessehnenriss ist nicht zu überhören. Menschen, die davon betroffen waren, berichten von einem lauten Peitschenknall. Typisch ist auch, dass er wie aus heiterem Himmel kommt. Gerade ist man noch fröhlich gelaufen und plötzlich reißt die Sehne wie ein überdehntes Gummiband. Erst dann setzt ein stechender Schmerz ein und normales Gehen ist nicht mehr möglich. Was nun? „Man sollte möglichst sofort zum Arzt gehen. Behandelt man die Ruptur sofort, wenn sich die Muskulatur noch nicht zurückgezogen hat, wird der Heilungsprozess enorm beschleunigt“, so Dr. Krackrügge. Und weiter: „Deshalb gilt an unserer Klinik die Regel: Wenn wir uns fürs Operieren entscheiden, dann operieren wir sofort, auch am Wochenende.“ Der Thompson-Test zeigt, ob die Sehne tatsächlich gerissen ist. Dazu drückt der Arzt dem knienden Patienten beidseitig auf die Wadenmuskulatur. Wenn ein Beugen des Fußes nicht mehr möglich ist, liegt ein Riss vor. Die Ultraschalluntersuchung zeigt zusätzlich den Abstand der Sehnenenden und die Lage des Risses.
Was nicht zusammenwächst, wird zusammengenäht
Eine gerissene Achillessehne kann konservativ oder operativ behandelt werden. Liegen die Sehnenenden nah beieinander, ist es möglich, den Fuß durch einen Spezialschuh in der Spitzfußstellung zu fixieren. So kann die Sehne wieder zusammenwachsen. Zusammennähen, also operieren muss man bei zu großem Abstand der gerissenen Sehnenenden. Danach erhält der Patient einen Gips oder Spezialschuh. Der Heilungsprozess dauert in beiden Fällen sechs bis acht Wochen. „Unabhängig vom Alter des Patienten bringt eine OP in der Regel einen höheren Funktionsgewinn“, erklärt der Fachmann. Und auf die Frage, wann man wieder Sport treiben kann und wie man einen erneuten Riss verhindert, antwortet er: „Der ganze Spuk dauert leider mindestens drei bis vier Monate. Erst dann ist die Sehne wieder voll belastbar. Vorbeugend sollte immer das Motto sein: vor dem Sport aufwärmen, nach dem Sport dehnen.“
Text: Claudia Daß
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Dupuytren’sche Krankheit – Was ist das?
am 14.01.2010 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Horst Haferkamp |
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Sie ist ein wahrer Zungenbrecher: die nach ihrem Entdecker, dem Franzosen Baron Guillaume Dupuytren benannte Krankheit. Die Dupuytren’sche (gesprochen: Düpuitronsche) Krankheit ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes in der Handinnenfläche, die im Laufe der Zeit die Streckung der befallenen Finger behindert, so dass sie sich krümmen. Dann spricht man von der Dupuytren’schen Kontraktur.
Über die Ursache ist auch heute noch nichts Genaues bekannt. Man weiß lediglich, dass die Erkrankung familiär gehäuft auftritt. Viele Patienten erinnern sich, dass schon ihr Großvater oder ihr Onkel krumme Finger hatte. Das charakteristische Auftreten von Knoten und Strängen an der Innenfläche der Hand mit eingekrümmten Fingern tritt meist im mittleren und höheren Lebensalter auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
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Erste Anzeichen
Zunächst kommt es zu einer Knoten-, dann zu einer Strangbildung in den längs verlaufenden Fasern des Bindegewebes der Handinnenfläche (Hohlhand). „Leider lässt sich die Dupuytren’sche Krankheit nicht medikamentös oder anderweitig konservativ behandeln. Es ist immer wieder versucht worden, mit lokalen Injektionen die Stränge und Knoten zu beseitigen. Dies gelingt aber nicht. Die einzige wirkungsvolle Therapie ist die Operation“ erklärt Dr. Horst Haferkamp, Facharzt für Chirurgie/Handchirurgie in der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel. Er weist allerdings darauf hin, dass Betroffene bei isolierter Knotenbildung in der Hohlhand und solange die Finger nicht behindert sind noch etwas warten können.
Kleine Operation – große Wirkung
Der ideale Zeitpunkt der Operation ist erreicht, wenn das Gelenk eines Fingers durch Strangbildung eingekrümmt ist und der Patient die Hand nicht mehr flach auf den Tisch legen kann. „Dann können wir die Operation in übersichtlicher Weise durchführen. Sie erfordert keinen hohen Zeitaufwand, die Verletzungsgefahr der Hohlhandgebilde (Nerven, Gefäße usw.) ist sehr gering. Auch die Gefahr einer nochmaligen Knotenbildung (Rezidiv) ist eher unwahrscheinlich. Eindeutig schlechter sind die OP-Ergebnisse in einem höheren Stadium. Beim drittgradigen Stadium, wenn das Mittelgelenk des Fingers bereits eingekrümmt ist, sind Verletzungs- und Rezidivgefahr wesentlich größer“, so Dr. Horst Haferkamp.
Warten heißt Verschlimmerung
Das Üble an der Dupuytren’schen Krankheit ist ihr unaufhörliches Fortschreiten. Wird der optimale Operationszeitpunkt verpasst, verschlimmert sich die Krankheit zusehends. Wenn der Finger bereits eine Kralle in die Hohlhand bildet, wird die Operation sehr aufwändig und es muss mit der Verletzung eines Nervs gerechnet werden. Auch die Gefahr eines Rezidivs ist sehr hoch. Dr. Horst Haferkamp: „Deshalb muss man mit dem Patienten in einem solchen viertgradigen Stadium der Krankheit gegebenenfalls sogar über die Notwendigkeit der Fingeramputation reden. All dies lässt sich vermeiden, wenn der Patient rechtzeitig zur Operation kommt.“
Text: Dr. Gisela Heimbach
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Umgang mit dem künstlichen Kniegelenk: Verhaltensregeln für den Alltag
am 08.09.2009 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Sabine Mai |
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Nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks gewinnen Patienten nach und nach ihre gewohnte Lebensqualität wieder zurück. Allerdings sollten sie nach der OP einige Verhaltensregeln beherzigen. Dr. Sabine Mai, Fachärztin für Orthopädie und Chirurgie und Leiterin des Qualitätsmanagements der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel gibt wichtige Tipps.
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• In den ersten Wochen nach der OP tut es gut, das operierte Knie immer wieder zu kühlen. Schlagen Sie hierzu einen Eisbeutel in ein Handtuch ein. Bitte den Eisbeutel oder das gekühlte Gelpäckchen niemals direkt auf die Haut legen.
• Um nach der OP wieder Sicherheit beim Gehen zu gewinnen, sollten Sie in den ersten Wochen beidseitig Gehhilfen verwenden. Es ist wichtig, dass Sie auf ein vollständiges Abrollen der Füße achten und sie gerade, also nicht nach innen oder außen gedreht aufsetzen. Vorsicht auf rutschenden Teppichen oder feuchten Fliesen!
• Tragen Sie Schuhe, die Ihnen festen Halt geben, weiche Sohlen und flache Krepp-Absätze haben, um trittsicher zu sein und das Auftreten zu dämpfen. Auch zu Hause bitte keine „Stolper-Schlappen“!
• Gehen Sie nicht in die Hocke und knien Sie sich nicht hin. Wenn Sie sich bücken, dann sollten Sie das operierte Bein nach hinten stellen und sich auf einer stabilen Fläche abstützen.
• Lagern Sie Ihr operiertes Bein immer wieder in Streckung.
• Versuchen Sie, Übergewicht zu reduzieren, denn jedes Kilo zuviel belastet Ihre Knieprothese.
• Machen Sie regelmäßig Ihre Übungen, denn eine gut trainierte Muskulatur gibt Sicherheit und schützt Ihr Kniegelenk.
• Vermeiden Sie das Heben und Tragen von schweren Lasten und heben Sie auch leichtere Gegenstände immer mit beiden Händen, um die Belastung der Kniegelenke gleichmäßig zu verteilen.
• Fahren Sie erst dann Auto, wenn Sie im Bein wieder ausreichend Kraft und ein sicheres Bewegungsge-fühl haben. Über den Zeitpunkt sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.
• Bewegung ist wichtig, aber verzichten Sie auf Sportarten mit starker Stoßbelastung und Drehbewegungen wie z.B. Alpines Skifahren oder Tennis. Besser sind Sportarten wie Schwimmen, leichte Gymnastik und Radfahren. Laufen und Wandern sind ebenfalls zu raten. Für alle Sportarten gilt: Lassen Sie es langsam angehen und überfordern Sie sich nicht. Stopp, sobald Schmerzen auftreten.
• Das künstliche Gelenk ist anfällig für Infektionen. Deshalb sollten Sie bei jeder Art von Entzündung und bei Eingriffen wie z.B. eine Zahnwurzelbehandlung oder eine Blasenspiegelung mit Ihrem Arzt über einen Schutz durch Antibiotika sprechen.
• Den Implantatpass sollten Sie immer bei sich haben. Er enthält alle nötigen Angaben zu Ihrer Prothese. Insbesondere auf Flugreisen ist er wichtig, damit es keine Probleme bei der Sicherheitskontrolle gibt. Denn das künstliche Kniegelenk schlägt beim Durchgang durch die Sicherheitsschleuse „Alarm“.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Tennisarm und Golferellenbogen - Der Ellenbogen und seine häufigsten Probleme
am 04.09.2009 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Burkhard Mai |
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Kennen Sie das? Ein Bekannter, eine Kollegin oder Sie selbst leiden an einem „Tennisarm“ oder „Golferellenbogen“, ohne je einen Tennis- oder Golfplatz betreten zu haben? Klingt sehr unwahrscheinlich, kommt jedoch häufig vor. Denn in den meisten Fällen sind Handwerker, Mechaniker, Straßen- und Bauarbeiter oder auch Sekretärinnen von dem „Sportlerellenbogen“ betroffen. Beim Hämmern, Bohren, Schaufeln oder Betätigen der PC-Maus müssen unsere Finger, Hände und Arme immer wieder die gleichen, monotonen Bewegungen ausführen.
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Die Muskulatur wird einseitig belastet. In der Folge kann ein „Tennisarm“ oder „Golferellenbogen“ entstehen. Tennisspieler oder Golfer trifft es tatsächlich nur, wenn sie in ihrem Sport eine falsche Technik haben, beim Tennis Schläger mit unelastischen Saiten benutzen oder Golf mit zu steifen Schäften spielen.
Tennisarm und Golferellenbogen – was ist das eigentlich?
Beugen und Strecken – unzählige Male am Tag verrichten Unterarm, Hand und unsere Finger diese Bewegungen. Die dazu notwendigen Beuge- und Streckmuskeln haben im Ellenbogen ihren Ursprung und verlaufen zwischen der Elle und der Speiche Richtung Hand. Über Sehnen sind sie mit dem Ellenbogenknochen verbunden. Ist die Beugemuskulatur, die dazu gehörenden Sehnen, Bänder und die Knochenhaut überbeansprucht und entzündet, spricht man von einem Golferellenbogen. Beim Tennisarm ist die Streckmuskulatur erkrankt. Sie verläuft auf der Außenseite des Unterarms, also der Seite des Handrückens, die Beugemuskulatur befindet sich an der Innenfläche des Unterarms. Die Mehrzahl der betroffenen Patienten sind Männer mittleren Alters. Aber auch ältere Menschen haben häufig Beschwerden.
Wenn sogar die Kaffeetasse zu schwer wird
Jeder von uns weiß, wie schmerzhaft Entzündungen sein können. Beim Tennisarm oder Golferellenbogen beginnen die Schmerzen im Ellenbogenbereich und strahlen bis in die Hand aus. Häufig klagen die Patienten auch über starken Druckschmerz am Knochenansatz der Muskulatur, Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens beim Drehen des Arms, Strecken der Finger, oder wenn sie die Hand zu einer Faust ballen. Doch damit nicht genug. Oft kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu erheblicher Kraftminderung. Dann reicht bisweilen die Kraft nicht mehr aus, die Kaffeetasse zu heben. Zur Diagnose werden drei einfache wie aussagekräftigeTests durchgeführt. Beim Widerstandstest muss der Patient seine Faust oder die gestreckte Hand gegen Widerstand nach oben oder unten drücken. Danach soll er mit gestreckten Armen einen Stuhl an der Rückenlehne hochheben – der Chair-Test (engl.: Stuhl). Beim Pinch-Test (engl.: schnipsen, schnappen) wird der Patient aufgefordert, mit dem Mittelfinger eine Erbse weg zu schnipsen. Ist der Patient nicht in der Lage, diese Bewegungen schmerzfrei auszuführen, liegt in vielen Fällen ein Tennisarm oder Golferellenbogen vor, manchmal sogar beide gleichzeitig.
Eine große Palette an Therapieformen steht zur Verfügung
Zum Glück bietet die Medizin je nach Schweregrad der Entzündung eine Vielzahl effektiver Therapiemöglichkeiten: Kälte-Wärme-Behandlung, Massagen, krankengymnastische Bewegungs- und Dehnübungen oder Akupunktur. Bei akuter Entzündung kann eine Oberarmschiene verordnet werden, die der Patient ein bis zwei Wochen trägt. Vielen Patienten hilft die Stoßwellentherapie, bei der Ultraschall-Impulse auf die entzündeten Stellen geleitet werden. Auch Cortisonspritzen an die schmerzhaften Stellen bringen Erfolg. Bei lang andauernden und schwerwiegenden Problemen wird eine Operation empfohlen. Dabei werden die Sehnenursprünge eingekerbt und die Schmerzfasern unterbrochen. In den meisten Fällen kann der Patient nach einer sechswöchigen Schonzeit wieder seinen normalen Alltag leben und ist dauerhaft schmerzfrei.
Text: Claudia Daß
Kann eine spezielle Ernährung entzündliches Gelenkrheuma lindern?
am 27.8.2009 • erschienen auf NH24.de
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Wulf-Dieter Behnert |
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Die Bedeutung der Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen wird seit vielen Jahren diskutiert und es gibt eine unüberschaubare Fülle von Ernährungsempfehlungen und Rheuma-Diäten. Hierbei scheint oft durcheinander zu gehen, ob es sich um die Stoffwechselkrankheit Gicht oder um entzündliche Gelenkerkrankungen wie die chronische Polyarthritis handelt.
Über die Frage, ob eine Ernährungsumstellung entzündliches Rheuma in den Gelenken lindern kann, sprachen wir mit Wulf-Dieter Behnert, Arzt für Innere Medizin und Rheumatologie und Leiter der stationären Internistischen Rheumatologie der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel.
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Immer wieder hört und liest man, dass Rheumapatienten kein Schweinefleisch essen sollten. Sehen Sie das auch so?
Wulf-Dieter Behnert: Nein. Es ist es ein Irrglaube, dass der Konsum von Schweinefleisch Rheumaschübe provoziere. Auch streng gläubige Moslems, die zeitlebens kein Schweinefleisch essen, erkranken an rheumatischen Gelenkentzündungen. Und auch Vegetarier entwickeln genauso häufig Rheumaerkrankungen, wie ihre Fleisch essenden Mitmenschen.
Ebenso wird in der Ratgeber-Literatur oft empfohlen, auf Milchprodukte zu verzichten. Würden Sie auch dazu raten?
Wulf-Dieter Behnert: Es ist eine falsche Annahme, dass Milch Rheumaschübe auslösen kann. Im Gegenteil! Die Milch ist durch ihren hohen Gehalt an Calcium positiv zu bewerten. Ältere Menschen und Rheumatiker sollten gegen einen Knochenabbau (Osteoporose) täglich mindestens 1000 mg Calcium zu sich nehmen. Auch Vitamin D sollte in einer Größenordnung von 800 IE/Tag ergänzend eingenommen werden. Da häufig die tägliche Nahrung nicht ausreicht, um diese Mengen zu erreichen, rate ich zur Ergänzung durch Präparate aus Apotheke oder Drogeriemarkt.
Hat denn die Ernährung überhaupt einen Einfluss auf Gelenkrheuma?
Wulf-Dieter Behnert: Ja, aber nur sehr begrenzt. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die gezeigt haben, dass das Weglassen bestimmter Nahrungselemente wie z.B. Fleisch oder Alkohol keinen wirklichen Effekt auf den Krankheitsverlauf hat. Aber es gibt eine Reihe allgemeiner Maßnahmen mit durchaus positiven Effekten bei rheumatischen Gelenkerkrankungen. Zu allererst ist bei übergewichtigen Menschen eine Normalisierung des Körpergewichtes durch eine Reduktionskost ein Meilenstein, um die Gelenke zu schonen. Häufig kann allein hierdurch bei degenerativen Gelenkbeschwerden (Verschleiß, Arthrose) eine Linderung bewirkt werden. Unabhängig vom Körpergewicht ist eine ausgewogene Ernährung mit zurückhaltendem Konsum von Fleisch (1 - 2 Fleischmalzeiten pro Woche) bzw. dem Austausch von Fleisch durch eine Fischmahlzeit zu empfehlen, um eine günstigere Cholesterinzusammensetzung zu erreichen. Die Nahrung sollte möglichst viele frische Produkte (Obst, Gemüse) enthalten. Weiterhin sind vollwertige, ballaststoffreiche Nahrungsmittel günstig und sollten bevorzugt werden. Im Grund genommen ist dies eine Ernährung, die allen Menschen anzuraten ist, nicht nur Rheumapatienten. Aber unabhängig von diesen allgemeinen Empfehlungen, erlebe ich im Einzelfall immer wieder Patienten, die sehr glaubhaft berichten, dass sich die von ihnen beklagten Gelenkbeschwerden oder Rheumaschübe nach dem Genuss bestimmter Nahrungs- oder Genussmittel (z.B. Schokolade oder Alkohol) verstärkt einstellen. Sollten solche individuellen Erscheinungen auftreten, sind sie selbstverständlich zu berücksichtigen und die entsprechenden Auslöser müssen gemieden werden.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Künstliche Gelenke müssen „maßgeschneidert“ sein
am 19.08.2009 • erschienen auf NH24.de
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Prof. Dr. Werner Siebert |
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Die Zerstörung des Gelenkknorpels hat die unterschiedlichsten Ursachen: altersbedingter Verschleiß, entzündliche Prozesse z.B. durch Rheuma, Durchblutungsstörungen (Knorpelinfarkt) oder Unfälle. So unterschiedlich die Ursachen auch sein können, das Ergebnis ist meist gleich: Der Knorpel ist dünn, rissig und löchrig oder gar nicht mehr vorhanden, so dass die Gelenkknochen blank aufeinander reiben. Heftige Schmerzen sind die Folge. Gelenkverschleiß (Arthrose) bildet sich am häufigsten in den Knie- und Hüftgelenken. Aber sie kann alle Gelenke befallen wie z.B. Finger-, Schulter- oder auch Ellenbogengelenke.
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Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich etwas dagegen zu tun, um die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen. Wenn aber alle konservativen Behandlungsmethoden nichts nützen und auch arthroskopische Eingriffe z.B. zur Glättung des Knorpels keinen dauerhaften Erfolg bringen, kann nur ein künstliches Gelenk, den Patienten wieder beweglich und schmerzfrei machen.
Das geeignete Prothesenmodell ist das A und O
Entscheidend für die Auswahl des künstlichen Gelenks sind die Beschwerden des Patienten, die anatomischen Voraussetzungen, aber auch vorliegende Allergien. Nach diesen Kriterien wird das geeignete Modell ausgewählt. Es gibt heutzutage eine breite Palette von künstlichen Gelenken: Teil- und Komplettgelenke, Lang- und Kurzschaft-Prothesen in unterschiedlichen Materialien wie z.B. Chrom-Kobalt-Legierungen oder Titan für den Einsatz in Schulter, Hüfte, Knie oder Sprunggelenk. Für den Ersatz der kleinen Zehen- und Fingergelenke eignen sich meist Mini-Silikonprothesen. Bei der Wahl des Materials entscheidet sich dann auch, ob die Prothese einzementiert wird oder nicht. Eine Gelenkprothese sollte wenn möglich minimal-invasiv eingesetzt werden. Denn diese „Schlüsselloch-Technik“ hat einen großen Vorteil: Die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, wird viel weniger - im Idealfall gar nicht – geschädigt. Ein kleiner Leistenschnitt reicht, um eine spezielle Kurzschaftprothese durchs „Schlüsselloch“ in die Hüfte einzusetzen.
Künstliches Hüftgelenk durchs „Schlüsselloch“
Auch ein künstliches Hüftgelenk kann heute in minimal-invasiver Technik eingesetzt werden. Spezielle Kurzschaftprothesen ermöglichen diese OP-Methode. Die Schnitte sind ca. 7 – 9 cm lang. Das heißt, sie sind im Ver-gleich zur herkömmlichen Schnittlänge (rd. 20 cm) weniger als halb so kurz. Bei Patientinnen lässt sich ein Leistenschnitt machen, der dann an der Seite überhaupt keine Narbe ergibt und auch beim Baden und Sonnen nicht zu sehen ist. Bei Männern, die oft sehr muskelkräftig sind, ist ein Schnitt von etwa 10 cm möglich. Durch das „Schlüsselloch“ lassen sich auch reine Ober-flächenersatzprothesen implantieren. Hierbei wird der Hüftkopf mit einer Me-tallschale überzogen und die Pfanne entsprechend ausgekleidet. Die „Schlüsselloch-Technik“ hat über die kleinere Narbe hinaus weitere Plus-punkte: Da die Muskulatur kaum geschädigt wird, ist der Patient relativ schnell schmerzfrei und kann vom ersten Tag an die Hüfte voll belasten.
(Abb. links oben: Ein kleiner Leistenschnitt reicht, um eine spezielle Kurzschaftprothese durchs „Schlüsselloch“ in die Hüfte einzusetzen)
Knieprothese speziell für Frauen
Mehr und mehr forscht die Medizin und die Medizintechnik nach frauenspezifischen Behandlungsmethoden. Im Bereich des Gelenkersatzes gibt es seit Februar 2007 weltweit erstmals ein künstliches Kniegelenk speziell für Frauen. Dieses neue künstliche Kniegelenk besteht aus einer Kobalt-Chrom-Gusslegierung und ist perfekt an die weibliche Anatomie angepasst. Die Frauen-Knieprothese hat eine schmalere Form, eine dünner geformte Vorderseite und berücksichtigt die leicht schräge Führungslinie der weiblichen Kniescheibe. Diese frauenspezifische Knieprothese kann ebenfalls minimal-invasiv eingesetzt werden. Durch diese „Schlüsselloch-Technik“ haben Patientinnen weniger Schmerzen und benötigen eine kürzere Rehabilitationszeit.
Dieses Prothesenmodell bietet überdies eine größere Beugung und mehr Beweglichkeit als herkömmliche Implantate. Damit ist die Frauen-Knieprothese insbesondere für sportlich aktive Patientinnen sehr gut geeignet.
Zur Not wird das Gelenk verdreht
Selbst wenn Schulter und Oberarm nicht mehr funktionieren, stark schmerzen und einfachste Tätigkeiten wie Haare föhnen nicht mehr möglich sind, besteht kein Grund zur Verzweiflung. In solchen Fällen hilft ein spezielles künstliches Schulterge-lenk, in dem Gelenkpfanne und Oberarmkugel entgegengesetzt sind. Eine herkömmliche Schultergelenkprothese kann nicht mehr eingesetzt werden, wenn die zerfledderten und zum Teil abgerissenen Sehnen das künstliche Gelenk nicht mehr führen können. Bei der so genannten Inversen (umgedrehten) Gelenkprothese sitzt anstatt der Ge-lenkkugel die Schulterpfanne auf dem Oberarmschaft. Oberarm samt Gelenkpfanne rotieren um eine Halbkugel, die an der ehemaligen Pfanne fixiert ist. Das Drehzent-rum der Schulter wird nach unten und innen verlagert. Der große - die Schulter um-schließende - Deltamuskel übernimmt jetzt die frühere Sehnenfunktion, so dass die Schulter wieder schmerzfrei und beweglich ist. Da das verdrehte künstliche Schultergelenk die letzte Möglichkeit ist, um die Betroffenen wieder schmerzfrei und mobil zu machen, wird es in der Regel erst bei Senioren ab 65 eingesetzt. Ausnahmen sind Unfallopfer mit zertrümmerter Schulter oder Sportler, die durch intensiv betriebene Überkopfsportarten wie Handball schon in jüngeren Jahren eine komplett verschlissene Schulter haben.
(Abb. rechts oben: Modell einer Inversen (umgedrehten) Schulterprothese)
Text: Dr. Gisela Heimbach
Umgang mit dem künstlichen Hüftgelenk: Verhaltensregeln für den Alltag
am 11.08.2009 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Sabine Mai |
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Nach dem Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks gewinnen Patienten nach und nach ihre gewohnte Lebensqualität wieder zurück. Allerdings sollten sie nach der OP einige Verhaltensregeln beherzigen. Dr. Sabine Mai, Fachärztin für Orthopädie und Chirurgie und Leiterin des Qualitätsmanagements der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel gibt wichtige Tipps.
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• In den ersten Wochen nach der OP bitte nicht auf der Seite liegen, insbesondere nicht auf der operier-ten.
• Im ersten Vierteljahr nach der OP sollten Sie Hilfsmittel beim An- und Ausziehen wie z.B. Strumpfan-ziehhilfen benutzen. Auch eine Toilettensitzerhöhung ist sehr ratsam.
• Beugen Sie die Hüfte nicht über 90 Grad und setzen Sie sich eher auf einen Stuhl als auf ein weiches Sofa.
• Sitzen Sie bitte nur mit parallel gestellten Oberschenkeln und achten Sie darauf, dass sie beim Einstei-gen ins Bett oder auch ins Auto sowie beim Aussteigen geschlossen sind.
• Schlagen Sie die Beine nicht übereinander, ob im Sitzen, Liegen oder Stehen.
• Versuchen Sie, Übergewicht zu reduzieren, denn jedes Kilo zuviel belastet Ihre Prothese.
• Tragen Sie Schuhe, die Ihnen festen Halt geben und weiche Sohlen und flache Krepp- Absätze haben, um trittsicher zu sein und das Auftreten zu dämpfen. Auch zu Hause bitte keine „Stolper-Schlappen“.
• Vermeiden Sie das Heben und Tragen von schweren Lasten und heben Sie auch leichtere Gegenstände immer mit beiden Händen, um die Belastung der Hüftgelenke gleichmäßig zu verteilen.
• Fahren Sie erst dann Auto, wenn Sie im Bein wieder ausreichend Kraft und ein normales Bewegungsge-fühl haben. Über den Zeitpunkt sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.
• Bewegung ist wichtig, aber verzichten Sie auf Sportarten mit starker Stoßbelastung und Drehbewegun-gen wie z.B. Alpines Skifahren, Tennis, Squash oder Reiten. Besser sind Sportarten wie Schwimmen (Kraulen und Rückenschwimmen ist besser als Brustschwimmen mit Froschbeinschlag), Aqua-Jogging, leichte Gymnastik oder Radfahren (hier sollten Männer auf ein Fahrrad ohne Stange umsteigen). Laufen und Wandern sind ebenfalls zu raten, wenn der Rucksack nicht zu schwer ist. Für alle Sportarten gilt: Legen Sie Pausen ein und steigern Sie sich langsam. Stopp, sobald Schmerzen auftreten.
• Das künstliche Gelenk ist anfällig für Infektionen. Daher sollte z.B. bei einer Blasenspiegelung oder einer Zahnwurzelbehandlung eine antibiotische Kurz-Therapie vor und nach dem Eingriff erfolgen. Bei eitrigen Entzündungen wie eingewachsenen Zehennägeln, Abszessen oder Nasennebenhöhlenentzündungen ist es wichtig, dass frühzeitig mit Antibiotika behandelt wird.
• Den Implantatpass sollten Sie immer bei sich haben. Er enthält alle nötigen Angaben zu Ihrer Prothese. Insbesondere auf Flugreisen ist er wichtig, damit es keine Probleme bei der Sicherheitskontrolle gibt. Denn das künstliche Hüftgelenk schlägt beim Durchgang durch die Sicherheitsschleuse „Alarm“.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Wenn die Schulter nicht mehr rund läuft
am 04.08.2009 • erschienen auf NH24.de
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Dr. Christian Lörke |
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Eine Tasse aus dem Hängeschrank holen, die Haare föhnen oder die Jacke anziehen - diese alltäglichen Bewegungen werden nicht nur bei älteren Menschen oft zur Qual. Heftige Schmerzen in der Schulter sind meist durch Überlastung und Verschleiß verursacht. Denn das Schultergelenk ist nicht nur das beweglichste Gelenk, sondern auch das empfindlichste.
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Die Schulter nimmt vieles übel
Die hauptsächlich durch Muskulatur geführte Schulter nimmt insbesondere einseitige Belastungen in Beruf und Alltag und Bewegungsmangel sehr übel. Schulterprobleme können aber auch im Freizeitsport durch zu gering oder einseitig auftrainierte Schultermuskulatur und unprofessionelle Bewegungstechnik entstehen. Es kommt zu Störungen im Bewegungsablauf. Die Muskulatur ermüdet, die Schulter kann sich verschieben und läuft dann nicht mehr rund. Neben aktuellen Schulterproblemen werden im Laufe eines Lebens Muskulatur, Sehnen und Gelenk der Schulter ohnehin sehr strapaziert. Im Alter ist zudem der Gelenkknorpel oft durch Arthrose oder Rheuma stark abgenutzt.



(Abbildungen v. links nach rechts:
Gesundes Schultergelenk; Arthrose im Schultergelenk; Künstliches Schultergelenk)
Künstliches Gelenk für jedes Problem
Zunächst sollten alle konservativen Therapie-methoden wie etwa Krankengymnastik oder Stoßwellentherapie ausgeschöpft werden, um akute Schulterschmerzen zu lindern. Neben der konservativen Behandlung gibt es eine Reihe minimal-invasiver Behandlungsmöglichkeiten wie zum Beispiel eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Mit ihr lassen sich Engstellen weiten, gerissene Sehnen nähen, Gelenkflächen glätten oder stark entzündete Schleimhäute entfernen. Wenn aber der Gelenkverschleiß sehr weit fortgeschritten ist, hilft meist nur noch eine Prothese.
Es muss jedoch nicht immer das komplette Gelenk ersetzt werden. Wenn Schulterpfanne und Oberarmknochen gut erhalten sind, kann die Überkronung der Oberarmkugel durch eine Metallkappe schon für Schmerzfreiheit und gute Beweglichkeit sorgen. Schaftprothesen im Oberarmknochen werden dann implantiert, wenn der Oberarmkopf zu stark zerstört ist und komplett ersetzt werden muss. Bei einem Totalverschleiß von Schulterpfanne und Oberarmkopf hilft allerdings nur ein komplettes künstliches Schultergelenk, um wieder schmerzfrei und mobil zu werden.
Zur Not wird das Gelenk verdreht
Selbst wenn ein herkömmliches künstliches Gelenk nicht mehr eingesetzt werden kann, weil die zerfledderten oder abgerissenen Sehnen die Prothese nicht mehr führen können, gibt es noch eine Lösung: ein spezielles künstliches Schultergelenk, in dem Gelenkpfanne und Oberarmkugel entgegengesetzt sind. Bei dieser umgedrehten (inversen) Schultergelenkprothese sitzt anstatt der Gelenkkugel die Schulterpfanne auf dem Oberarmschaft. Oberarm samt Gelenkpfanne rotieren um eine Halbkugel, die an der ehemaligen Pfanne fixiert ist. Das Drehzentrum der Schulter wird nach unten und innen verlagert, so dass der die Schulter umschließende Deltamuskel jetzt die frühere Sehnenfunktion übernehmen kann. Das verdrehte künstliche Schultergelenk wird in der Regel erst bei Senioren ab 65 eingesetzt.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Können Hyaluronsäure-Kapseln Arthrose stoppen?
am 28.7.2009 • erschienen auf NH24.de
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Prof. Dr. Werner Siebert |
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Die vom Körper produzierte Hyaluronsäure schmiert unsere Gelenke und hält den Gelenkknorpel elastisch. Deshalb spricht man landläufig auch von Gelenkschmiere. Wenn mit zunehmendem Alter die körpereigene Hyaluronsäureproduktion nachlässt, werden die Gelenke unbeweglicher und der Knorpel wird trocken und spröde. Arthrose ist oft die Folge. Dann können Injektionen von Hyaluronsäure direkt ins betroffene Gelenk schmerzlindernd wirken. Neu auf dem Markt sind Gel-Kapseln oder Drinks mit Hyaluronsäure, die als Nahrungsergänzungsmittel im Kampf gegen die Arthrose helfen sollen. Darüber sprachen wir mit Prof. Dr. Werner Siebert, dem Ärztlichen Direktor der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel.
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Können solche Nahrungsergänzungsmittel bei Arthrose helfen?
Prof. Dr. Werner Siebert: Bei beginnender Arthrose durchaus. Sie sollten aber ergänzend zu entzündungshemmenden Medikamenten und zu Hyaluronsäure-Spritzen eingenommen werden. Bei einigen Patienten haben wir im Anfangsstadium der Arthrose durchaus positive Erfahrungen mit diesen Nahrungsergänzungsmitteln gemacht. Bei einer fortgeschrittenen Arthrose ist der Kauf dieser Mittel allerdings rausgeschmissenes Geld.
Was sollten Patienten über solche Drinks oder Gel-Kapseln wissen?
Prof. Dr. Werner Siebert: Die gängigen Präparate mit den Wirkstoffen Glucosaminhydrochlorid und Chondroitinsulfat müssen pro Tag in einer Menge von mindestens 1.500 mg eingenommen werden. Das können je nach Präparat 3 – 8 Tabletten oder Kapseln täglich sein, wenn sie ihre Wirkung im Gelenk entfalten sollen. Geringere Mengen erreichen das Gelenk nicht. Vorsicht geboten ist bei einem empfindlichen Magen. Nicht nur deshalb sollte die Einnahme solcher Nahrungsergänzungsmittel immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Er kann anhand von Befund und Verlauf der Arthrose am besten beurteilen, ob die Einnahme dieser Mittel sinnvoll und hilfreich ist. Wenn nach einigen Monaten keine wesentliche Besserung eingetreten ist, sollten andere therapeutische Mittel eingesetzt werden.
Hyaluronsäure kommt im Bindegewebe von Mensch und Tier vor und hat die Fähigkeit sehr viel Wasser zu binden. Diese Quellwirkung macht sich u.a. die kosmetische Industrie bei der Produktion von Antifaltencremes zunutze. Die positiven Eigenschaften der Hyaluronsäure werden sowohl von der Pharmaindustrie z. B. in Nasensprays oder Augentropfen als auch von der Medizin u.a. bei der Arthrose-Behandlung vielfältig genutzt.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Wieder aufrecht durchs Leben gehen: Behandlung von Skoliose
am 20.7.2009 • erschienen auf NH24.de
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Ulrich Schmitz-Sieg |
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Damals, als die kleine Marie im Schwimmbad plantschte oder als Nackedei am Strand spielte, fiel es ihren Eltern noch gar nicht auf: die beginnende Skoliose, eine Seitenverbiegung ihres Rückgrats mit Verdrehung der Wirbelkörper um die Längsachse. Von dieser Wachstumsstörung mit meist unbekannter Ursache sind Mädchen fünfmal häufiger betroffen als Jungs. Beim Wachstumsschub während der Pubertät verkrümmt sich die Wirbelsäule dann immer mehr, schmerzt aber noch nicht. So auch bei Marie. Peu à peu zeichnete sich bei ihr der typische Rippenbuckel mit Veränderungen an Schultern und Becken ab.
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Doch die in der Pubertät entstehende Scham, vielleicht auch die Unaufmerksamkeit der Eltern und die Möglichkeit, ihre Rückgratverkrümmung mit weiten Sweatshirts zu kaschieren, ließen Maries Skoliose lange unentdeckt. Kostbare Zeit verstrich. Heute ist Marie Mitte Zwanzig und bereut, dass sie die Verkrümmung ihrer Wirbelsäule nicht Ernst genommen hat.
In jungen Jahren keine Operation nötig
Für die Behandlung einer C- oder S-förmigen Wirbelsäulenverkrümmung trifft das Motto „je früher desto besser“ ganz besonders zu. Bei Kindern mit einem Krümmungswinkel ihres Rückgrats bis etwa 15 Grad kann eine spezielle Physiotherapie mit gezieltem Muskelaufbau und regelmäßiger leichter Sport schon helfen, die Wirbelsäule dauerhaft zu begradigen. Bei fortgeschrittener Skoliose im Wachstumsalter leistet ein maßgeschneidertes Korsett zusätzliche Unterstützung. Natürlich ist das Tragen eines Korsetts für Jugendliche in der Pubertät auch nicht immer angenehm. Aber sie ersparen sich damit erhebliche Beschwerden als Erwachsene. Denn unbehandelt verkrümmt sich eine Skoliose unaufhaltsam um weitere ein bis zwei Grad pro Lebensjahr.
Hilfe gibt es auch im Erwachsenenalter
Ist eine Wirbelsäulenverkrümmung sehr stark ausgeprägt und schmerzhaft, muss sie operativ begradigt werden, insbesondere wenn durch die gekrümmte Körperhaltung die Funktion von Herz oder Lunge beeinträchtigt wird oder Nervenstörungen auftreten. Eine Operation ist allerdings keine Kleinigkeit und erfordert einen erfahrenen Wirbelsäulenspezialisten. Das verkrümmte Segment muss aufgerichtet und versteift werden. Große Fortschritte der Implantationstechnik ermöglichen es, auch große Abschnitte der Wirbelsäule wieder aufzurichten.
(Abb. links: Eine Skoliose auf dem Röntgenbild)
Je nach dem individuellen Krankheitsbild entscheidet sich, ob die Operation von vorne, also durch den Bauch- oder Brustraum, oder vom Rücken aus durchgeführt wird. Bei einer OP durch den Rücken werden die Wirbel aufgerichtet und mit zwei Metallstäben rechts und links verschraubt. Die Wirbel werden mit Knochenspänen verbunden. Sie verwachsen mit den Wirbeln und versteifen sie. Wird durch den Bauch- oder Brustraum operiert, werden die Bandscheiben entfernt und der verkrümmte Abschnitt des Rückgrats ebenfalls mit Metallstäben und Schrauben begradigt. Die Mobilisierung der Patienten beginnt schon kurz nach der OP. Während der vier- bis sechsmonatigen Einheilungsphase der Implantate reicht ein unterstützendes Mieder aus. Die Zeiten des Gipskorsetts sind vorbei! Danach können Patienten mit der Reha beginnen und anschließend mit gestärkter Muskulatur wieder aufrecht durchs Leben gehen.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Der richtige Zeitpunkt ist das A und O: Behandlung von kinderorthopädischen Problemen
am 17.11.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Matthias Heyden |
| Wir kommen alle mit O-Beinen auf die Welt. Mit dem ersten Laufen verwandeln sie sich in leichte X-Beine, die sich dann peu a peu begradigen. Das ist normal! Aber bei manchen Kindern bleibt die O- oder X-Beinstellung. Dann ist der Kinderorthopäde gefragt, weil eine ausgeprägte Achsenfehlstellung Knie- und Hüftgelenke massiv belasten und Schmerzen verursachen kann. Sollte eine operative Therapie erforderlich sein, kann durch einen Mini-Schnitt am Kniegelenk die Wachstumsfuge einseitig durch den Einbau einer Klammer gestoppt werden. Sobald sich die Beine begradigen, wird die Klammer wieder heraus genommen. Ist bei Jugendlichen das Wachstum bereits abgeschlossen, kann der Unterschenkelknochen durchtrennt und achsgerecht positioniert werden, damit junge Menschen auf zwei geraden Beinen durchs Leben gehen können. |
Der richtige Zeitpunkt ist das A und O
Die Probleme der jungen Patienten von wenigen Monaten bis 18 Jahren reichen von angeborenen und erworbenen Deformitäten wie Klumpfüßen, Gelenk-, Bein- und Fußfehlstellungen über Beinlängendifferenzen bis hin zu kindlichen Hüftgelenkserkrankungen und Wirbelsäulenfehlstellungen. Kinder müssen sehr gründlich und behutsam untersucht werden, um die Ursache des Problems genau zu erkennen. Wichtig ist neben einer ausführlichen Diagnostik die Kenntnis des Normalbereiches und der noch zu erwartenden Wachstumsphänomene des kindlichen Knochens. Sollte eine konservative oder operative Therapie erforderlich sein, ist die Wahl des richtigen Zeitpunktes entscheidend.
Manchmal muss es schnell gehen
Keine Zeit verlieren sollten Eltern bei angeborenen Klumpfüßchen ihres Babys. Schon in den ersten Tagen nach der Geburt sollte die Behandlung einsetzen. In der Regel können die nach innen verkrümmten Füßchen durch wöchentlich gewechselte spezielle Gipsverbände nach und nach begradigt werden. Ein kleiner Schnitt an der Achillessehne schließt die etwa sechswöchige Behandlung ab. Dank dieser modernen Ponseti-Gipstechnik muss heute nur noch in Ausnahmefällen umfangreich operiert werden. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen bis zum 5. Lebensjahr, um auf eine Rückentwicklung rechtzeitig reagieren zu können.
Keiner soll durchs Leben humpeln
Keiner von uns hat exakt gleich lange Beine. Wenn aber beim heranwachsenden Kind der Längenunterschied zwei und mehr Zentimeter beträgt, sollte etwas geschehen. Zwei Möglichkeiten gibt es: Entweder wird das kürzere Bein verlängert oder das längere Bein am weiteren Wachstum gehindert. Der Kinderorthopäde sollte das Wachstum des Kindes über einen bestimmten Zeitraum beobachten und die weitere Wachstumsgeschwindigkeit berechnen, um dann den Kindern und den Eltern die Therapiemöglichkeiten zu erläutern. Letztlich müssen sie die Entscheidung treffen. Meist wird die weniger belastende Wachstumshinderung des längeren Beines gewählt. Dann werden mit zwei Mini-Schnitten die beidseitigen Wachstumsfugen am Kniegelenk des längeren Beines definitiv oder nur zeitweilig „geschlossen“. Das längere Bein wartet dann sozusagen, bis das kürzere nachgewachsen ist. Die andere Methode ist die Verlängerung des Unter- oder Oberschenkelknochens am kürzeren Bein durch das langsame Auseinanderziehen mit einem außen angebrachten Fixateur.
Wenn Hüfte und Wirbelsäule Probleme machen
Andere Kinder haben von Geburt an Hüftprobleme. Meist ist die Gelenkpfanne nicht ausgereift oder fehlentwickelt. In der Regel wird das Problem durch Ultraschall-Kontrolle diagnostiziert und falls notwendig durch eine Becken-Bein-Eingipsung in Froschstellung oder eine Spreizschiene zwischen den Oberschenkeln behandelt. Auch Wirbelsäulenfehlstellungen gehören zu den häufigen kinder- und jugendorthopädischen Erkrankungen. Bei schwachen und mittleren Verkrümmungen kann entweder Physiotherapie oder aber ein vorübergehend getragenes maßgeschneidertes Korsett die Wirbelsäule wieder begradigen. Bei einer sehr stark ausgeprägten S-Form des Rückens lässt sich manchmal eine Operation nicht mehr vermeiden.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Knieschmerzen bei Kindern immer abklären
am 29.10.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Matthias Heyden |
| Marcus humpelt mit seinem Skateboard unter dem Arm nach Hause und weiß, warum ihm sein Knie weh tut. Da war einfach ein Bordstein im Weg. Die 13-jährige Sabrina klagt schon seit zwei Wochen über Knieschmerzen. Sie ist weder gestürzt noch hat sie sich gestoßen. „Kind, Du bist mitten im Wachstum, das gibt sich wieder!“, meint ihre Mutter. Das ist zwar eine weit verbreitete Erklärung für unspezifische Schmerzen in Knochen und Gelenken von Heranwachsenden, sie trifft jedoch nicht immer zu. Heftige und anhaltende Knieschmerzen bei Kindern und Jugendlichen sollten immer abgeklärt werden - egal, ob sie durch eine Verletzung entstanden sind oder die Ursache zunächst unklar ist. Knieschmerzen sollten nicht als Wachstumsstörungen bagatellisiert werden. |
Knieschmerzen nach Verletzung
Wenn ein Kind wie Marcus beim Spielen gestürzt ist, sein Knie anschwillt und schmerzt, dann kann eine harmlose Verstauchung vorliegen, aber auch eine Schädigung des Meniskus oder des vorderen Kreuzbandes. Auch die Kniescheibe kann ausgerenkt sein. Diese möglichen Verletzungen sollten immer abgeklärt werden, am besten durch ein MRT. Wenn zum Beispiel das vordere Kreuzband vollständig geschädigt ist, besteht die Gefahr, dass das Knie instabil wird. Dann kann arthroskopisch, also mit Mini-Schnitten, das verletzte Kreuzband durch ein Stück der Kniebeugesehne ersetzt werden. Nach einer Schonfrist mit entsprechender Krankengymnastik ist toben und spielen wieder möglich. Und vor allem hat das Knie wieder den nötigen Halt fürs Leben. Ist die Kniescheibe erstmalig ausgerenkt, ist zunächst Ruhigstellen und Physiotherapie angesagt, sofern keine Begleitschäden z. B. am Knorpel vorliegen. Wenn allerdings der Knorpel geschädigt ist oder die Kniescheibe erneut herausspringt, sollte der Defekt operativ versorgt werden.
Wenn die Ursache zunächst diffus ist
klagt ein Kind über Knieschmerzen ohne erkennbaren Auslöser oder kann den Schmerz nicht genau lokalisieren, sollten Eltern beobachten, wann der Schmerz auftritt und ob das Kind bestimmte Bewegungen meidet. Diese Information ist für den behandelnden Arzt schon sehr hilfreich. Doch nur eine ausführliche Anamnese und Untersuchung kann letztlich die Ursache klären. Und das Spektrum der möglichen Ursachen ist breit: von Fehlstellungen der Beinknochen, ausstrahlenden Hüftproblemen über eine verkürzte Oberschenkelmuskulatur bis hin zu Rheuma und Borreliose. Ein häufiges Phänomen sind Schmerzen im Bereich der Kniescheibe, wovon viele Mädchen im Pubertätsalter betroffen sind. Es schmerzt vor allem beim Treppenlaufen. Krankengymnastik hilft hier meist und die Beschwerden verlieren sich in der Regel. Nicht selten werden bei Kindern auch aus der Gelenkfläche heraus gelöste Knorpelstücke festgestellt. Dies kann ohne äußeren Anlass zum Beispiel durch Durchblutungsstörungen entstehen. Im Frühstadium wird in der Regel versucht, durch Ruhigstellung das Knorpelstück wieder zum Einwachsen zu bringen. Wenn dies nicht gelingt oder die Schädigung zu groß ist, sollte eine Gelenkspiegelung erfolgen, um den Defekt zu beheben, damit nicht im Laufe des Erwachsenwerdens eine Arthrose entsteht.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Auch wenn’s knirscht und schmerzt: Arthrose ist kein Grund zur Verzweiflung
am 2.10.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Prof. Dr. Werner Siebert |
| Anfangs ist es ein kleiner Schmerz beim Wandern, Treppensteigen oder beim Hausputz. Im Laufe der Zeit tritt der Schmerz häufiger auf, das Gelenk schwillt manchmal an und knirscht. Das kann sich so über Jahre hinziehen. Denn Arthrose ist ein langsam und wellenförmig verlaufender Prozess. Der Knorpel, der wie ein Polster zwischen den gegenüber liegenden Gelenkknochen liegt, wird dünner, rissig und löchrig. |
Unbehandelt ist der Knorpel irgendwann ganz verschwunden, die Gelenk-Knochen reiben blank aufeinander und es kommt dadurch zu Knochenveränderungen mit heftigen Schmerzen. Fast alle Menschen sind im Laufe ihres Lebens mehr oder weniger stark vom Gelenkverschleiß betroffen. Von den über 50-Jährigen sind es rund 80 Prozent. Übergewichtige und Frauen besitzen ein höheres Risiko. Vor allem Knie- und Hüftgelenke verschleißen. Aber Arthrose kann alle Gelenke befallen wie z.B. das Schulter-, Sprung- oder Ellenbogengelenk. Die Ursachen der Arthrose sind im wesentlichen Veranlagung, Überlastung oder Fehlstellungen der Gelenke und Übergewicht. Aber auch durch Unfälle kann es zu Knorpelschäden und daraus resultierender Arthrose kommen.
So früh wie möglich etwas dagegen tun
Arthrose ist zwar nicht heilbar, aber man kann die Beschwerden lindern und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Bewegung ohne Belastung der Gelenke wie Fahrradfahren oder Schwimmen, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion sind sehr hilfreich. Schmerzmittel, Krankengymnastik, Behandlung mit Wärme und Strom tun ihr übriges. Aber es gibt auch minimal-invasive Möglichkeiten, dem fortschreitenden Gelenkverschleiß Einhalt zu gebieten. Wenn eine Arthrose im frühen Stadium vorliegt, lässt sich der Knorpel arthroskopisch – also durch einen kleinen Eingriff – glätten. Dabei kann frei schwebender „Abrieb“ und die eventuell entzündete Gelenkinnenhaut entfernt werden. Eine solche Gelenkspiegelung kann wie auch das Einspritzen von Hyaluronsäure (Gelenkschmiere) das Fortschreiten der Arthrose bremsen.
Kleinere Knorpelschäden lassen sich reparieren
Kleinere und mittlere Knorpelschäden lassen sich durch weitere minimal-invasive Verfahren beseitigen, z.B. indem kleine Löcher in den angrenzenden Knochenbereich gebohrt werden, die der Körper repariert, indem er Blut und Zellen in den Defektbereich einlagert. Es bildet sich daraus narbiges Bindegewebe und es entsteht ein Ersatzknorpel. Neben dieser Reparatur durchs eigene Blut, kann auch ein körpereigener Knochen-Knorpelzylinder in die defekte Stelle verpflanzt werden. Aber ein Gelenkschaden kann auch durch eigene Knorpelmasse aus dem Labor behoben werden. Aus einem Knorpelstück werden Zellen heraus gelöst, in einem Spezial-Labor vermehrt und ein Produktionsprozess von neuem Knorpelgewebe biochemisch in Gang gesetzt. Das im Labor gewachsene Knochenzellimplantat wird dann passgenau auf die defekte Stelle zugeschnitten und eingepflanzt. Eine relativ neue und sehr erfolgreiche Methode.
Künstliches Gelenk: Letzte Instanz für Schmerzfreiheit
Letztlich entscheiden die Beschwerden des Patienten über die Wahl der Behandlungsmethode.
Bei sehr starken Schmerzen und schwerem Gelenkverschleiß kann ein künstliches Teil- oder Komplett-Gelenk wieder zur schmerzfreien Beweglichkeit führen. Die Entwicklung spezieller Kurzschaftprothesen ermöglicht es sogar, ein künstliches Hüftgelenk auch minimal-invasiv einzusetzen. Neben der kleineren Narbe hat die „Schlüsselloch-Technik“ einen großen Vorteil: Die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, wird viel weniger - im Idealfall gar nicht - geschädigt. Künstliche Gelenke sind zwar die letzte, aber auch die effektivste Methode, damit Patienten auf Dauer wieder schmerzfrei, beweglich und fit sind.
Arthrose ist also kein Grund zur Verzweiflung
Text: Dr. Gisela Heimbach
Von einem Schaufenster zum nächsten: Senioren-Krankheit Spinalkanalstenose
am 20.08.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Bodo Schlangmann |
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Für die heute 65-jährige Beate S. war es zeitlebens ein Vergnügen, stundenlang durch die Stadt zu bummeln, Bekannte zu treffen und sich zwischendurch bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen nieder zu lassen. Was früher ein Vergnügen war, ist heute eine Qual. Sie steht nicht vor dem Schaufenster, um die neue Sommermode zu begutachten, sondern weil ihre Rücken- und Beinschmerzen sie zum Stehenbleiben zwingen. |
Beate S. leidet wie viele Senioren unter einer Spinalkanalstenose. Diese Wirbelkanalenge verursacht starke, in die Beine ausstrahlende Schmerzen beim Gehen und zwingt schon nach wenigen Metern zu einer erleichternden Steh-Pause. Deshalb spricht man auch von der orthopädischen Schaufensterkrankheit.
Warum es den Nerven zu eng wird
Alt werden hat nicht nur schöne Seiten. Lebenslange Belastungen durch Berufstätigkeit oder Übergewicht und der altersbedingte normale Verschleiß können bei Senioren zu einer Verengung (Stenose) des Wirbelsäulenkanals (Spinalkanals) führen. Hierdurch werden das darin liegende Rückenmark und die dort verlaufenden Nervenwurzeln gequetscht und gereizt.
Durch Bandscheibenverschleiß mit Vorfällen und Wirbelgelenkabnutzungen können die Bewegungssegmente der Lendenwirbelsäule im Laufe des Lebens instabil werden. Der Körper hilft sich, indem er knöcherne Anbauten an Wirbelkanal oder Wirbelgelenken produziert, um Halt in der Umgebung zu suchen. Auch die Gelenkkapseln der Wirbelgelenke und die Bänder verändern sich, werden dicker und verhärten. Dies alles kann zu einer Verengung des Wirbelkanals führen. Die Symptome sind vielfältig: Rückenschmerzen beim Gehen mit Ausstrahlung über das Gesäß in die Beine, Gefühlsstörungen in Beinen und Füßen wie etwa Ameisenkribbeln und Taubheit, Kontrollverlust („Wegbrechen“ der Beine) oder Muskelverspannungen.
Eine exakte Diagnose ist das A und O
Ob eine Spinalkanalstenose vorliegt, lässt sich nur durch radiologische Verfahren diagnostizieren. Eine Magnetresonanztomographie gibt ein Bild von der Weite des Wirbelkanals, den knöchernen Strukturen und auch den Weichteilen wie z.B. Bandscheiben, Nervenwurzeln und Bändern.Um exakt festzustellen, welche Bereiche des Rückenmarks bzw. welche Nervenwurzeln konkret gequetscht sind, werden dem Patienten Kontrastmittel in den Duralschlauch injiziert. Er umhüllt das Rückenmark und den Nerven vor seinem Austritt aus dem Rückenmarkskanal. Durch Röntgenaufnahmen in Beugung oder Streckung lässt sich dann ganz genau die Einengungsstelle erkennen. Diese Untersuchung nennt man Myelographie. Beim Verdacht einer bereits vorliegenden Nervenschädigung schließen sich neurologische Untersuchungen an wie etwa das Messen der Nervenleitgeschwindigkeit.
Konservative Therapie steht im Mittelpunkt
Da die Spinalkanalstenose eine fortschreitende Verschleißerkrankung ist, kann die Ursache nicht beseitigt werden. Demzufolge ist auch eine Heilung nicht möglich. Aber eine aufeinander abgestimmte Schmerz- und Physiotherapie kann in den meisten Fällen die Beschwerden spürbar lindern. Nur in sehr schweren Fällen wird operiert, um u.a. die knöchernen Einengungen zu beseitigen. Zur Stabilisierung der Lendenwirbelsäule müssen dann aber die betroffenen Partien häufig versteift werden. Da dies eine sehr schwierige OP mit anschließender Bewegungseinschränkung ist, hat die konservative Therapie Vorrang.
Neben physiotherapeutischer Behandlung z.B. mit Strom, Ultraschall oder Wärme und mobilisierender Krankengymnastik kann eine zielgerichtete Schmerztherapie dem Patienten wieder mehr Lebensqualität zurück geben. Den größten Schmerz lindernden Effekt haben so genannte Infiltrationen. Ist der untere und mittlere Teil der Lendenwirbelsäule von der Spinalkanalstenose betroffen, wird dem Patienten im Liegen ein Gemisch aus Betäubungsmittel und Kortison im Bereich des Steißbeins in den Wirbelkanal (Sacrale Infiltration) injiziert. Ist das Rückenmark im oberen Segment der Lendenwirbelsäule eingeengt, erhält der Patient das gleiche Gemisch im Sitzen um den das Rückenmark umgebenden Duralschlauch (epidurale Infiltration). Beide Verfahren bringen die Strukturen um den Nerven zum Abschwellen, sind entzündungshemmend und schmerzlindernd. Nach drei Injektionen im Abstand von einer Woche lassen die Beschwerden oft schon deutlich nach. Doch das ist von Patient zu Patient verschieden. Nach einer Pause von 4 – 6 Wochen können dann bei Bedarf die Injektionen wiederholt werden.Text: Dr. Gisela Heimbach
Wenn der Sattel abgenutzt ist: Daumensattelgelenkarthrose
am 22.07.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Burkhard Mai |
| Jeder Reiter weiß: Ein guter Sattel ist wichtig! Er schützt ihn und sein Pferd. Nach vielen Jahren nutzt sich ein Sattel jedoch ab und man braucht einen neuen. Ähnlich steht es mit dem Knorpel in menschlichen Gelenken. Wie ein Polster schützt er die Gelenkflächen in Hand, Fuß oder Knie. Knorpel ist viel stabiler und abriebbeständiger als ein Sattel. Aber auch er wird er im Laufe eines menschlichen Lebens rauer und dünner. Bei manchen Menschen verschleißt er so sehr, dass er seine Gleitwirkung verliert. In diesem Fall spricht man von Arthrose. |
Der Daumen – so stark und doch so verwundbar
Tausend Handgriffe begleiten den Tag von morgens bis abends - Zähne putzen, Kochen, Schreiben oder Anziehen. Die Hände haben immer zu tun und der Daumen erst recht. Denn er ist der stärkste Finger und das sogenannte Sattelgelenk am Übergang von der Hand zum Arm verleiht ihm zusätzlich das größte Bewegungsausmaß. Wie ein Reiter auf dem Sattel kann sich der Daumen deutlich mehr als alle anderen Finger sowohl vor und zurück als auch nach rechts und links bewegen, im Kreis sozusagen. Ein 1-2 mm dicker Knorpel schützt das große Vieleckbein (Os trapezium) auf der einen und den Mittelhandknochen auf der anderen Seite. Deshalb ist der Daumen immer gefordert und muss größte mechanische Belastungen aushalten. Das macht sein Sattelgelenk so empfindlich für Arthrose.
Die Daumensattelgelenkarthrose ist keine berufstypische Erkrankung. Sie hat genetische Gründe und ist somit Schicksal. Ein häufiger Patient ist die normale Hausfrau, die nie eine übermäßige Belastung des Gelenks hatte. Außerdem trifft die Krankheit weniger Männer, sondern eher Frauen nach den Wechseljahren. Rheumapatienten erkranken oft schon früher.
Was tun, wenn die Kraft nachlässt und der Schmerz zunimmt?
Zu Beginn der Krankheit schmerzt das Gelenk bei Belastung. Manche Patienten vermissen die gewohnte Kraft des Daumens. Bei stärkerer Arthrose kann morgens der „Anlaufschmerz“ hinzukommen und nach Belastung der lang andauernde „Ruheschmerz“. Am Schmerz und der sichtbaren Verformung des unteren Handbereichs erkennt der Patient die Arthrose. In der orthopädischen Sprechstunde wird als Test noch die sogenannte Translationsbewegung des Gelenks durchgeführt, eine für das Daumensattelgelenk eigentlich unnatürliche Bewegung, die bei Arthrose schmerzhaft ist. Vollständige Gewissheit bringt dann ein Röntgenbild. Am Anfang tut es oft eine Orthese, das ist eine Schutzmanschette. Bei starkem Schmerz werden Medikamente und Salben verabreicht und außerdem Hyaluronsäure, d.h. Gelenkschmiere, in das Gelenk injiziert. Wird jedoch der Schmerz zur Qual und vermeidet der Patient aus Angst vor Schmerz bestimmte Bewegungen, ist eine Operation unumgänglich. Die Palette reicht von der Resektionssuspensionsarthroplastik, bei der das große Vieleckbein entfernt und das Gelenk durch eine körpereigene Sehne stabilisiert wird, bis hin zu Platzhaltern aus dem Kunststoff Silastik und Prothesen aus Titan. Welche OP-Art gewählt wird, hängt von jedem Einzelfall ab. Neben einem fünftägigen Klinikaufenthalt muss der Patient sechs Wochen lang Tag und Nacht eine Manschette tragen. Solange braucht der Daumen vollkommene Ruhe. Dann erfolgt die Nachkontrolle. Ab jetzt muss die Manschette noch einmal sechs Wochen, aber nur nachts getragen werden. Danach ist der Daumen in der Regel schmerzfrei und kann wie früher wieder voll belastet werden.
Text: Claudia Daß
Hallux valgus Wer schön sein will, muss manchmal doppelt leiden
am 15.07.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Dieter Krackrügge |
| Volksweisheiten haben immer einen wahren Kern. Frauen können ein Lied davon singen, welcher Preis ihnen Mode und Schönheit abverlangt. Sie frieren in zu dünnen Abendkleidern und zwängen ihre Füße in zu enge Schuhe. Leider nehmen die Füße das auf die Dauer übel. So kann es passieren, dass die Zehen, einstmals gerade und wohlgeformt, sich mit der Zeit regelrecht dem großen äußeren Druck und der Enge „beugen“. Das Ergebnis ist eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach außen und gleichzeitig eine Drehung der Zehe nach innen. Die medizinische Bezeichnung ist „Hallux valgus“, der Volksmund nennt es „Ballenzehe“. Was zunächst harmlos aussieht, kann im Laufe der Zeit leider erhebliche Beschwerden nach sich ziehen und das Gehen deutlich erschweren. |
Volksweisheiten haben immer einen wahren Kern. Frauen können ein Lied davon singen, welcher Preis ihnen Mode und Schönheit abverlangt. Sie frieren in zu dünnen Abendkleidern und zwängen ihre Füße in zu enge Schuhe. Leider nehmen die Füße das auf die Dauer übel. So kann es passieren, dass die Zehen, einstmals gerade und wohlgeformt, sich mit der Zeit regelrecht dem großen äußeren Druck und der Enge „beugen“. Das Ergebnis ist eine Abweichung der Großzehe im Grundgelenk nach außen und gleichzeitig eine Drehung der Zehe nach innen. Die medizinische Bezeichnung ist „Hallux valgus“, der Volksmund nennt es „Ballenzehe“. Was zunächst harmlos aussieht, kann im Laufe der Zeit leider erhebliche Beschwerden nach sich ziehen und das Gehen deutlich erschweren.
Schuhe, Sport und Spreizfuß
Doch sind nur die Pumps schuld oder gibt es noch andere Gründe für die weit verbreitete Zehenverformung? Ursache für die Entstehung eines Hallux valgus ist oft eine vererbte Bänder- und Bindegewebsschwäche, die im Fußbereich zu einem Spreizfuß führen kann. Wenn jemand zusätzlich seine Fußmuskulatur wenig trainiert und das falsche Schuhwerk trägt, ist die Schädigung vorprogrammiert. Neun von zehn Erkrankten sind Frauen mittleren Alters. Aber auch Jugendliche kann es treffen, besonders diejenigen, die wenig oder gar keinen Sport treiben. Die Folge ist eine Erschlaffung der Fußmuskulatur und der sogenannte juvenile Hallux valgus.
Kosmetische Korrektur oder medizinische Notwendigkeit
Eine geringe Fehlstellung des großen Zehs bereitet meist noch keine Beschwerden. Im Frühstadium ist der Hallux valgus vor allem ein ästhetisches Problem. Um jedoch zukünftige Beschwerden zu vermeiden, sollten Patientinnen auf hochhackige, enge Schuhe verzichten und Einlagen tragen. Weiterhin sollten sie die Fußmuskulatur durch gezielte Gymnastik stärken. Denn eine größere Fehlstellung kann zu einer schmerzhaften Arthrose im Großzehengrundgelenk führen. Damit nicht genug. Die breiteste Stelle des Fußes, der Großzehenballen, wird durch die Zehverformung noch mehr nach außen gedrückt. Schuhe reiben an der Haut des Ballens und reizen sie heftig. Als Folge können Schwellungen bis hin zu bakteriellen Entzündungen des darunter befindlichen Schleimbeutels auftreten. Das ist sehr schmerzhaft und kann das Gehen zur Qual machen. Rein kosmetische Gründe sind keine Indikation für eine Operation durch den Orthopäden. Es müssen starke Beschwerden vorliegen. Die Palette der Operationen reicht von Weichteileingriffen bis zu mehrdimensionalen knöchernen Korrekturen, bei schwerem Verschleiß auch bis zur gezielten Gelenkversteifung.
Nach der Operation gleich tanzen – das geht nur im Märchen
Bedauerlich, aber wahr: Die Operation lässt die Patientinnen zum zweiten Mal leiden. Nach der OP bedarf es einer intensivierten Schmerztherapie. Danach kann man den Alltag wieder langsam angehen lassen. Der Fuß muss jedoch noch regelmäßig hoch gelagert werden. Sport treiben ist erst nach drei Monaten wieder angesagt. Eine langwierige Prozedur! Das passende OP-Verfahren sichert jedoch einen langfristigen Erfolg. Also doch tanzen – nur später!
Text: Claudia Daß
Das Sprunggelenk – kleines Gelenk mit großen Problemen
am 09.06.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Christian Lörke |
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Es geht ganz schnell – man stolpert über einen Stein, eine Türkante oder eine Treppenstufe, der Fuß knickt um und augenblicklich spürt man einen starken Schmerz und kann förmlich zusehen, wie der Fuß anschwillt. Diagnose: Bänderdehnung oder sogar Bänderriss des Sprunggelenks. Bandverletzungen am Sprunggelenk sind äußerst häufig. Man kann davon ausgehen, dass sich in Deutschland jeden Tag etwa 8.000 Menschen die Sprunggelenksbänder schädigen. Der Grund für diese große Häufigkeit liegt in den komplexen Anforderungen an das Sprunggelenk, das zum einen die bewegliche Drehachse für die Laufbewegung darstellt, zum anderen aber auch als stabile Basis selbst in unwegsamstem Gelände dienen muss. |
Bei einem Erwachsenen muss das Sprunggelenk (etwa tennisballgroß) nicht nur das gesamte Gewicht des Körpers tragen, sondern auch jede Bewegung unserer Beine und Füße sicher ausführen. Egal, ob wir stehen, laufen, hocken, tanzen, springen oder plötzlich stoppen – das Sprunggelenk ist immer der Dreh- und Angelpunkt.
Die stabile Konstruktion macht vieles mit, jedoch nicht alles
Das als Rolle geformte Gelenk verbindet Fuß und Unterschenkel. Eine knöcherne Ausziehung des Schienbeines bildet den Innenknöchel, der untere Anteil des Wadenbeines den Außenknöchel. Innen- und Außenknöchel formen die Sprunggelenksgabel, die das Sprungbein umgreift. Für die Stabilität im Knöchelbereich sorgen des Weiteren drei Außenbänder, das dreiecksförmige Innenband und eine Bandverbindung zwischen Wadenbein und Schienbein.
So stabil und kompliziert diese Konstruktion ist, so vielfältig und komplex sind die Probleme. Je nach Krafteinwirkung können auch schon bei alltäglichen Bewegungen Schien- oder Wadenbein brechen. Bei Aufprallverletzungen, insbesondere bei Autounfällen, können die Schienbeingelenkfläche, also dort, wo das Schienbein auf der „Rolle“ aufliegt, sowie die Verbindung zwischen Schien- und Wadenbein stark beschädigt werden. Damit nicht genug. Die Knorpelschicht des Sprunggelenks ist zudem äußerst anfällig für Verschleiß (Arthrose). Denn ein Leben lang lastet das gesamte Körpergewicht auf dem Knorpel. Übergewicht, belastende Sportarten, Unfälle und Fehlstellungen der Füße wie z.B. Knick-Senkfüße können die Zerstörung der Gelenkflächen noch beschleunigen. Ein stark beschädigter Knorpel kann heftige Schmerzen hervorrufen und die Beweglichkeit sehr einschränken.
Was passiert, wenn’s passiert ist?
Um genau festzustellen, ob eine Bänderdehnung, ein Bänderriss oder eine Fraktur vorliegt, wird der Fuß zunächst abgetastet. Dann folgt eine Röntgenaufnahme. Bei unklarem Befund bringt eine Kernspintomografie Klarheit. Die Therapie von frischen Bänderrissen hängt von Alter und Aktivität des Patienten ab. Meist kommt man ohne Operation aus und das Bein wird mit einer speziellen Schiene versorgt, um das Gelenk teilweise ruhig zu stellen und die Bänder zu stabilisieren. Nach etwa sechs Wochen ist die Sache ausgestanden. Anders sieht es bei Frakturen aus. Einfache Knöchelbrüche können wie Bänderrisse in funktionellen Manschetten (Orthesen) behandelt werden. Kompliziertere Frakturen, insbesondere wenn sie mit einer Instabilität der Knöchelgabel einhergehen oder die Knochen gegeneinander verschoben sind, werden mit Platten und Schrauben stabilisiert. Teilweise ist zusätzlich eine Ruhigstellung im Gips erforderlich. Oft reicht eine Entlastung durch Gehhilfen aus. Bei komplizierten Brüchen kann es trotzdem drei Monate bis zu einem halben Jahr dauern bis der Patient wieder seinem normalen Leben nachgehen kann.
Arthrose im Sprunggelenk - schwierig, aber nicht aussichtslos
Anders sieht die Sache bei einer Arthrose aus. Hier sind die Behandlungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Eine erste Hilfe können Einlagen und speziell angepasste Schuhe sein. Übergewichtige Patienten sollten ihr Gewicht reduzieren. Medikamente und gezielte Physiotherapie können die Symptome zwar lindern, jedoch leider das Fortschreiten der Arthrose nicht stoppen.
Je nach Schwere der Arthrose gibt es verschiedene operative Behandlungsmöglichkeiten. Im Rahmen einer minimal-invasiven Gelenkspiegelung (Arthroskopie) können z.B. die entzündete Schleimhaut entfernt oder knöcherne Randwülste abgetragen werden. Diese Behandlung kann zeitweise die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit des Gelenkes verbessern. Aber eine Heilung ist damit auch nicht möglich. Wenn alle konservativen und minimal-invasiven Behandlungsmaßnahmen nicht helfen, kann es notwendig werden, ein künstliches Gelenk einzusetzen oder das geschädigte Gelenk zu versteifen, um wieder ein schmerzfreies Gehen zu ermöglichen. Welche Art der Operation für wen in Frage kommt, kann nur im Einzelfall entschieden werden. Damit es möglichst gar nicht zum Verlust des eigenen Gelenkes kommt, ist es wichtig, schon im Frühstadium einer Arthrose aktiv zu werden. Denn bei kleineren und mittleren Knorpelschäden können Knorpel-Knochen-Transplantationen oder die Implantation von eigenem gezüchtetem Knorpel helfen. Auch Fehlstellungen der Knochen, die zu einseitiger Belastung führen, und instabile Bänder sollten frühzeitig korrigiert werden. In jedem Fall ist der Patient selbst gefragt. Ohne konsequente Mitarbeit und tatkräftiges Training geht nichts. Man sollte immer im Kopf behalten: das hochstabile Sprunggelenk macht vieles mit, jedoch nicht alles!
Text: Claudia Daß
Wenn die Bandscheibe außer Rand und Band ist
am 03.06.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Jürgen Kaiser |
| Einen Kasten Wasser aus dem Auto gehoben, das Badezimmer gefliest, beim Wandern über eine Baumwurzel gesprungen oder einfach nur aus dem Bett aufgestanden. Plötzlich ein unerträglicher Schmerz, der die Betroffenen zur Salzsäule erstarren lässt. Im ersten Moment geht nichts mehr! Sich gegen den oft auch in die Beine ausstrahlenden Schmerz zu bewegen, kostet unsägliche Kraft. Ein Bandscheibenvorfall! So vielfältig wie die Schmerz auslösenden Situationen sind auch die Ursachen. |
Bewegungsmangel, zu schwache Rücken- und Bauchmuskulatur, Übergewicht, Veranlagung, Über- oder Fehlbelastung des Rückens, Bindegewebsschwäche oder Verschleiß können dazu führen, dass die Bandscheibe außer Rand und Band gerät. Der weiche Kern des Puffers zwischen den Wirbelkörpern verrutscht, durchbricht seine faserige Hülle und drückt auf die umliegenden Nerven oder das Rückenmark – und das meist in der am stärksten belasteten Lendenwirbelsäule. Häufig betroffen sind Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.
Versuchen, die Bandscheibe zu zähmen
Bei einem Bandscheibenvorfall steht eine Operation erstmal nicht an, vorausgesetzt, es bestehen keine bedeutenden Lähmungen. Bei 85 Prozent der Patienten helfen konservative Behandlungsmethoden, um die Bandscheibe „zu zähmen“. Schmerzmittel, ein Tag Bettruhe mit rechtwinkliger Hochlagerung der Beine (Stufenbett), Wärme und gezielte Krankengymnastik sind meist schon sehr hilfreich. Der gallertartige Kern rutscht - wie Viele vielleicht denken - nicht wieder in seine ursprüngliche Lage zurück. Die Behandlung verfolgt das Ziel, dass die Bandscheibe eine Position einnimmt, mit der ein Patient möglichst schmerzfrei leben kann. So kann die Bandscheibe schrumpfen, verkalken oder sich sogar ganz auflösen. Aber auch wenn die Bandscheibe widerspenstig ist und weiter die Nerven reizt, kann man noch eine Menge tun: von Reizstromtherapie über Akupunktur bis hin zu Injektionen. Unter Kontrolle eines Computertomographen wird dann beispielsweise eine Thermosonde in den Bereich der Schmerz erzeugenden Nervenfasern geschoben und nach örtlicher Betäubung die Sondenspitze erhitzt. Dadurch werden die Nervenfasern verödet und die Schmerzweiterleitung unterbrochen. Aber es gibt neben diesen und anderen konservativen Behandlungsformen auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, minimal-invasiv den Bandscheibenvorfall zu „zähmen“. So kann das lockere Gewebe der vorgefallenen Bandscheibe auch mikroskopisch entfernt und das vorhandene gesunde Gewebe erhalten werden.
Wenn nichts mehr geht, geht immer noch was
Wenn sich die Beschwerden aber nicht lindern lassen, die Nervenreizung bleibt und auch das betroffene Segment der Lendenwirbelsäule zunehmend instabil wird, dann ist es Zeit, über eine operative Behandlung nachzudenken. So kann zum Beispiel das Bewegungssegment mit Bandscheibe und Wirbelgelenk durch Einsetzen eines Kissens zwischen die Dornfortsätze Schmerz entlastend gespreizt werden. Bei hartnäckigen Schmerzen oft verbunden mit einem „Durchbrechgefühl“ ist letztlich auch an das Einsetzen einer Bandscheibenprothese zu denken. Eine zumindest sechsmonatige intensive konservative Therapie und eine subtile Erforschung des Schmerzentstehungsortes sind allerdings Voraussetzung für eine solche Entscheidung. Das Implantat wird nach Entfernung der Bandscheibe in den angrenzenden Knochenflächen verankert, um im benachbarten Wirbel eine hohe Stabilität zu erzielen. Aber auch, wenn das Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe zum Beispiel wegen starker Arthrose oder Osteoporose nicht möglich ist, kann eine Versteifungsoperation des betroffenen Wirbelsegments Schmerz entlastend wirken. Wenn auch augenscheinlich nichts mehr geht, geht immer noch was.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Emanzipation im Knie:
Spezielle Kniegelenk-Prothese ist an die weibliche Anatomie angepasst
am 26.03.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Prof. Dr. Werner Siebert |
| Mehr und mehr forscht die Medizin und die Medizintechnik nach frauenspezifischen Behandlungsmethoden. Im Bereich des Gelenkersatzes gibt es seit 2007 weltweit erstmals ein künstliches Kniegelenk speziell für Frauen. Grundlage für die Entwicklung des neuen Implantats „Gender Solutions High Flex Knie“ war ein sogenannter Knochenatlas mit dreidimensionalen Computertomografie-Daten, der nach der Analyse von 800 Kniegelenken in den USA erstmals die anatomischen Besonderheiten des weiblichen Knies aufzeigte. |
Frauenknie unterscheidet sich vom Männerknie
Die Analyse ergab, dass sich das Frauenknie anatomisch vom Männerknie in drei Punkten unterscheidet:
- Die vordere Gelenkfläche des weiblichen Oberschenkelknochens ist schmaler und eher trapezförmig gebaut, während das männliche Knie eher eine rechteckige Form hat.
- Die Vorderseite des Oberschenkelknochens ist bei Frauen zudem weniger ausgeprägt.
- Da Frauen meist ein breiteres Becken und demzufolge eine leichte X-Bein-Stellung haben, verläuft die Führungslinie der Kniescheibe schräger als bei Männern.
Drei von vier Patienten, die ein künstliches Kniegelenk erhalten, sind Frauen. Bislang wurden die gleichen Prothesen-Modelle sowohl bei Männern als auch bei Frauen eingesetzt. Dabei waren oft individuelle Anpassungen am Oberschenkelknochen der Frau notwendig. Dennoch haben Frauen mit diesen Implantaten sehr gute Erfahrungen gemacht. Aber nichts ist so gut, dass man es nicht besser machen könnte. Das zeigt die neue Frauenknieprothese mit all ihren Vorteilen.
Gender Solutions High Flex Knie
Die neue Gelenk-Prothese aus einer Kobalt-Chrom-Gusslegierung ist perfekt an die weibliche Anatomie angepasst, hat eine schmalere Form, eine dünner geformte Vorderseite und berücksichtigt die leicht schräge Führungslinie der weiblichen Kniescheibe. Das künstliche Gelenk kann minimal-invasiv, also mit kleinen Schnitten, eingesetzt werden. Durch die geringere Gewebeschädigung haben Patientinnen weniger Schmerzen und benötigen eine kürzere Rehabilitationszeit. Das neue künstliche Kniegelenk ermöglicht eine größere Beugung und mehr Beweglichkeit als herkömmliche Prothesen. Damit ist das neue Implantat insbesondere für sportlich aktive Patientinnen sehr gut geeignet.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Den Rückenschmerz aufs Kreuz legen
am 17.03.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Jürgen Kaiser |
| Probleme mit dem Rücken haben die unterschiedlichsten Ursachen: Bewegungsmangel, einseitige Belastung, Übergewicht, angeborene Bindegewebsschwäche, gering ausgeprägte Rückenmuskulatur, ungünstige Arbeitsbedingungen oder Verschleiß der Bandscheiben und der kleinen Wirbelgelenke. So unterschiedlich die Ursachen auch sind, eines haben sie gemeinsam: Schmerzen! |
Interdisziplinäre Schmerztherapie hilft
Wenn etwa Krankengymnastik, Massagen, Ultraschall oder gezieltes Muskelaufbautraining nicht helfen, gibt es eine Reihe weiterer Möglichkeiten, zunächst konservativ (also ohne operativen Eingriff) dem Schmerz zu Leibe zu rücken.
Um lange bestehende Rückenschmerzen (verursacht durch
verschiedene Krankheitsfaktoren, bei denen Veränderungen der Wirbelsäule wie
Bandscheibenvorfälle, Nerveinengungen, Wirbelkanalverengungen oder verschlissene Wirbelgelenke mit sozialen und psychischen Faktoren zusammentreffen) anzugehen, hilft ganz wesentlich eine interdisziplinäre Schmerztherapie.
Hier arbeitenÄrzte und Therapeuten mit unterschiedlicher Fachrichtung (operative und konservative Orthopädie, Anästhesie, Traumatologie, Neuropsychiatrie, Innere Medizin, Rheumatologie und Physiotherapie) Hand in Hand, um dem Schmerz auf die Spur zu kommen und eine ganzheitliche Therapie einzuleiten. Sie erstreckt sich von medikamentösen und minimal-invasiven Spezialverfahren (mit kleinen Schnitten) über Entspannungsübungen und psychotherapeutische Behandlung bis hin zu Bewegungstraining.
Konservative Behandlungsmethoden
Ist die Ursache gefunden, sollte erst mal versucht werden, ohne Operation die Schmerzen zu lindern oder zu beseitigen. So zum Beispiel durch eine spezielle Spritzentherapie. Hier werden ganz gezielt entzündungshemmende Mittel an die schmerzenden Nerven injiziert. Schmerzhafte Arthrose in den kleinen Gelenken der Hals- oder Lendenwirbelsäule kann mit einer Hitzesonde behandelt werden. Unter Kontrolle eines Computertomographen wird eine Thermosonde in den Bereich der Schmerz erzeugenden Nervenfasern am Gelenk geschoben und nach örtlicher Betäubung die Sondenspitze erhitzt. Dadurch werden die Nervenfasern verödet und die Schmerzweiterleitung unterbrochen. Aber es gibt neben diesen und anderen konservativen Behandlungsformen auch eine Vielzahl von Möglichkeiten, minimal-invasiv Rückenschmerzen zu beseitigen. Bandscheibenvorfälle können mikroskopisch entfernt, Wirbelkörper stabilisiert oder das so genannte Bewegungssegment mit Bandscheibe und Wirbelgelenk durch Einsetzen eines Kissens zwischen die Dornfortsätze Schmerz entlastend gespreizt und stabilisiert werden.
Wenn indes alle konservativen und minimal-invasiven Behandlungsmethoden den Patienten nicht vom Schmerz befreien oder keinen Erfolg versprechen, dann gibt es immer noch Möglichkeiten auf operativem Wege wie z.B. durch das Einsetzen künstlicher Bandscheiben oder die Versteifung von Wirbelsäulenabschnitten. Auch solche Operationen werden heute für den Patienten so schonend wie möglich durchgeführt und durch eine gezielte Schmerztherapie begleitet, so dass sich der Patient in den Tagen nach der OP möglichst schmerzarm erholen kann
Text: Dr. Gisela Heimbach
Künstliches umgedrehtes Schultergelenk macht Senioren wieder mobil und schmerzfrei
am 04.03.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Prof. Dr. Werner Siebert |
| Gerade ältere Menschen leiden oft unter starken Schulterschmerzen, weil die Sehnen der Schultermanschette im Laufe der Zeit wie scheuernde Seile dünn und rissig geworden sind und der Gelenkknorpel durch Arthrose oder Rheuma stark abgenutzt ist. |
Selbst wenn Schulter und Oberarm nicht mehr funktionieren, stark schmerzen und einfachste Tätigkeiten wie Haare föhnen nicht mehr möglich sind, besteht kein Grund zur Verzweiflung. In solchen Fällen hilft ein spezielles künstliches Schultergelenk, in dem Gelenkpfanne und Oberarmkugel entgegengesetzt sind.
Bei der Inversen (umgedrehten) Schultergelenkprothese sitzt anstatt der Gelenkkugel die Schulterpfanne auf dem Oberarmschaft. Auf dieser Schulterpfanne rotiert dann die Gelenkkugel, die mit einem Gegenstück im Schulterknochen verankert wird. Das Drehzentrum der Schulter wird nach unten und innen verlagert. Dies hat den Vorteil, dass das künstliche Gelenk jetzt ohne die herkömmliche Sehnenführung auskommt. Der große die Schulter umschließende Deltamuskel übernimmt jetzt die frühere Sehnenfunktion, sodass die Schulter wieder beweglich ist.
Eine herkömmliche Schultergelenkprothese kann nicht mehr eingesetzt werden, weil die zerfledderten und zum Teil abgerissenen Sehnen das künstliche Gelenk nicht mehr führen können.
Das Inverse Schultergelenk ist eine Lösung für ein Problem, für das es bisher keine Lösung gab. Die Betroffenen blieben früher im Schulter-Armbereich unbeweglich und hatten dauerhaft starke Schmerzen.
Da das verdrehte künstliche Schultergelenk die letzte Möglichkeit ist, um die Betroffenen wieder schmerzfrei und mobil zu machen, wird es in der Regel erst bei Senioren ab 65 eingesetzt. Ausnahmen sind Unfallopfer mit zertrümmerter Schulter oder Sportler, die durch intensiv betriebene Überkopfsportarten wie Handball schon in jüngeren Jahren eine komplett verschlissene Schulter haben.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Wenn die Hand nicht mehr so will wie sie soll: Das Karpaltunnelsyndrom
am 27.02.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Burkhard Mai |
| Wenn bei einer Fahrradtour immer wieder die Hand einschläft, nachts oder nach längerem Arbeiten mit der PC-Maus die Hand schmerzt, das Zuknöpfen der Jacke schwierig wird, weil die Fingerkuppen gefühllos sind, dann handelt es sich meist im Bereich der Handwurzel um die krankhafte Einengung eines Nerven. Es ist in der Medizinersprache der Nervus medianus. |
Er sorgt mit zahllosen Verästelungen für die Bewegung des Armes und der Hand bis in die Fingerspitzen. Im Handgelenk liegt er zusammen mit neun Beugesehnen in einer tunnelartigen Röhre. Während der Boden und die Seitenwände dieses so genannten Karpaltunnels knöchern sind, besteht das Dach des Tunnels aus einem breiten Band, das sich quer zwischen der Muskulatur des Daumen- und Kleinfingerballens spannt.
Wenn durch eine Einengung dieses Karpaltunnels der Nerv geschädigt wird, spricht man vom Karpaltunnelsyndrom (CTS). Die Ursachen hierfür sind vielfältig: eine angeborene Engpasssituation, Fehlbelastung oder Überbeanspruchung einer Hand, Knochenbrüche, Rheuma, aber auch Krankheiten wie eine Schilddrüsenunterfunktion, die zu Gewebeschwellungen führt. Warum Frauen wesentlich häufiger vom Karpaltunnelsyndrom betroffen sind, ist nicht genau bekannt.
Die Behandlung ist eine Frage des Leidensdrucks. Es gibt viele Menschen, die ein Karpaltunnelsyndrom haben, aber nicht über Beschwerden klagen. Andere indes haben bereits bei einer beginnenden Nerveinengung heftigste Schmerzen in der Hand und Gefühllosigkeit der ersten drei Finger. Im Wesentlichen wird die Nervenleitgeschwindigkeit zwischen Handgelenk und Daumenballenmuskulatur gemessen und mit Werten der anderen Hand und mit Normwerten vergleichen. Dann weiß man, wie viel „Strom“ noch durch geht und wie hoch der Schaden ist.
Wenn das Karpaltunnelsyndrom noch im Anfangsstadium ist, werden zunächst entzündungshemmende und abschwellende Medikamente verabreicht und der Patient erhält für die Nacht eine Manschette (Medianus-Orthese), um den Nerv ruhig zu stellen. Auch eine Injektion mit einer geringen Menge Kortison kann Linderung bringen. Wenn allerdings eine konservative Therapie nichts mehr bringt, muss operiert werden.
Oft reicht eine endoskopische Operation, in der mit zwei Mini-Schnitten und örtlicher Betäubung der Nerv wieder ‚befreit’ wird. Wenn aber z.B. bei Rheumapatienten zusätzlich das Sehnengleitgewebe geschwollen ist, dann kann es nur in einer offenen OP mit Betäubung des Unterarms entfernt werden. Die schmale Narbe ist später kaum zu sehen. In der Regel sind Patienten nach einem solchen Eingriff – ob endoskopisch oder offen – relativ schnell schmerzfrei, weil „der Strom wieder frei fließen kann“. Lange bestehende Gefühlsstörungen erholen sich dagegen nur langsam. Deshalb sollte eine Operation nicht hinaus gezögert werden.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Mit künstlicher Bandscheibe wieder beweglich und fit
am 18.02.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Jürgen Kaiser |
| Bandscheibenprothesen wurden in geringer OP-Frequenz bereits vor vielen Jahren implantiert. Die Weiterentwicklung und zunehmende Erfahrung in diesem Bereich hat dazu geführt, dass die Operationszahlen deutlich gestiegen sind und mittlerweile eine Mehrzahl an verschiedenen Prothesentypen auf dem Markt sind. Die bewegungserhaltenden Prothesen sollen die Belastung der angrenzenden Bandscheiben nicht zusätzlich erhöhen, um eine so genannte Anschlussdegeneration zu vermeiden. |
Bei welchem Krankheitsbild kommt eine künstliche
Bandscheibe in Betracht?
Die Implantation einer Bandscheibenprothese kommt in Frage bei Schmerzzuständen der Lendenwirbelsäule, wenn der Ursprung der Schmerzen in einem Verschleiß einer Bandscheibe zu sehen ist. Hierbei ist zu bedenken, dass ein Bandscheibenvorfall an sich noch kein Grund für den Einsatz einer Prothese ist. Je nach klinischem Befund kommt hier nach Ausschöpfen der konservativen Therapie eine mikrochirurgische Entlastung der Nervenwurzel in Betracht.
Liegen jedoch die Beschwerden mehr in einer statischen Komponente mit hartnäckigen, durch nicht-operative Methoden nicht zu bessernden Schmerzen - ggfs. auch verbunden mit einem „Durchbrechgefühl“ - ist bei entsprechenden Befunden in Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) an eine Prothesenimplantation zu denken. Eine zumindest sechsmonatige intensive konservative Therapie und eine subtile Erforschung des Schmerzentstehungsortes sind Voraussetzungen für eine solche Entscheidung.
Auch nach Bandscheibenoperationen können sich statische Beschwerden im Bereich der betroffenen Bandscheibe entwickeln, was mit einer Protheseneinsetzung häufig behandelt werden kann.
Gibt es Ausschlusskriterien für den Einsatz künstlicher Bandscheiben?
Die Bandscheibenprothese soll die Beweglichkeit der natürlichen Bandscheibe imitieren, wobei man momentan der natürlichen Funktion des komplizierten Bandscheibensegmentes nur teilweise gerecht wird. Dieses „Segment“ besteht ja nicht nur aus der Bandscheibe, sondern auch aus den hinten gelegenen Facettengelenken, Gelenkkapseln, Bändern, Muskeln etc. Man kann also bisher nur einen Teil dieses „Segmentes“ ersetzen und zwar den vorn gelegenen, die Bandscheibe. Die Verschleißerscheinungen in den Bereichen, die nicht ersetzt werden, dürfen demnach nicht zu stark ausgeprägt sein. Die kleinen Facettengelenke sollten also keine ausgeprägte Arthrose aufweisen. Bei erheblicher Osteoporose besteht die Gefahr, dass das Implantat in den Wirbel einsinkt.
Die beiden vorgenannten Faktoren bedingen die Begrenzung des Operationsverfahrens auf jüngere Patienten. Eine strenge Altersbegrenzung gibt es indes nicht. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine künstliche Bandscheibe Sinn macht.
Eine Implantation jenseits des 50. Lebensjahres ist besonders kritisch zu hinterfragen.
Sollte eine operative Therapie notwendig, aber der Einsatz einer Bandscheibenprothese nicht möglich sein, kann man auf eine Versteifungsoperation als Standardverfahren zurückgreifen. Darüber hinaus gibt es auch dynamische, von hinten durchzuführende Stabilisierungsverfahren, die alternativ eingesetzt werden können.
Wie sieht eine Bandscheibenprothese aus?
Ein Implantat, das die biomechanische Funktion der Bandscheibe in natürlicher Weise nachahmt, konnte trotz intensiver Bemühungen bisher nicht entwickelt werden. Die Versuche, ein weiches, kissenartiges Implantat an die Stelle der Bandscheibe zu setzen, schlugen fehl bzw. haben sich bisher nicht bewährt.
Es gibt im Wesentlichen zwei Prothesentypen: Zum einen eine Kombination einer Metallkomponente mit einem Polyethylen (Kunststoff) -kernstück, bei dem sich der Metallteil auf dem Kunststoffteil dreht und gleitet. Zum zweiten eine so genannte Metall-Metallpaarung, bei der beide Prothesenteile aus Metall bestehen und sich ähnlich wie eine Schale auf einer Halbkugel bewegen.
Die genannten Implantate werden alle nach Entfernung der Bandscheiben in den angrenzenden Knochenflächen verankert. Dies geschieht durch sich verzahnende Füße oder Kiele, die im angrenzenden Wirbel zu einer hohen Stabilität führen. Zudem sind die Prothesen oberflächenbeschichtet, was ein schnelles Einwachsen der Implantate im Knochen begünstigt.
Wie wird eine Bandscheibenprothese eingesetzt?
Die derzeit verwendeten Implantate benötigen eine sorgfältige Entfernung der Bandscheibe und korrekte Positionierung des Implantates. Um eine höchstmögliche Stabilität der Verankerung zu erzielen, sollte das Implantat ausreichend groß sein. Eine solche Prothese kann gegenwärtig nur von vorn, also vom Bauchraum aus durch einen etwa 6-8 cm langen Schnitt eingesetzt werden. Natürlich gehen auch hier die Bemühungen dahin, den Eingriff zu verkleinern, um die Nachteile für den Patienten durch den Operationszugang zu minimieren. Von Schlüsselloch-Chirurgie kann man jedoch noch nicht sprechen.
Ein großer Fortschritt ist eine dreieckige Bandscheibenprothese, die so genannte O-Mav-Prothese aus einer Chrom-Kobalt-Legierung. Sie erleichtert den chirurgischen Zugang. Denn diese spezielle Form ermöglicht das schräge Einsetzen der Prothese. Das heißt, die Eingeweide und der vor der Wirbelsäule liegende Gefäßstrang - nämlich die große Hohlvene und die Bauchschlagader - müssen nicht mehr wie bisher komplett zur Seite geschoben werden. Diese neue schonendere Operationsmethode ermöglicht in schwierigen Fällen erst das Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe und reduziert zudem ganz erheblich das OP-Risiko für den Patienten. Überdies ist die O-MAV-Prothese die erste künstliche Bandscheibe, die mit einem Navigationssystem absolut präzise positioniert werden kann.
Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt? Ist eine anschließende Reha erforderlich?
Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 4-12 Tage. Bereits einen Tag nach der OP kann der Patient aufstehen und einige Schritte gehen. Die Mobilität nimmt in den nächsten Tagen stetig zu. Die Reha kann in einer ambulanten oder stationären Form erfolgen. Die intensive Rehabilitation mit Auftrainierung der meist, auch schmerzbedingt, über viele Monate schlecht trainierten Rumpfmuskulatur beginnt ca. 4 Wochen nach der Operation.
Text: Dr. Jürgen Kaiser
Stoßwellentherapie hilft nicht nur bei Nierensteinen, sondern z.B. auch beim Fersensporn
am 08.02.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Christoph Hauenstein |
| Vor 14 Jahren entwickelte die Orthopädische Klinik Kassel in Zusammenarbeit mit der Firma Dornier ein Stoßwellengerät für den speziellen Einsatz in der Orthopädie. Die Idee, mit der - aus der Nierenstein-Zertrümmerung bekannten - Stoßwellentherapie schmerzhafte Verkalkungen in der Schultersehne oder einen Tennisellenbogen ohne Operation zu behandeln, hat funktioniert. |
Die Effektivität der Stoßwellentherapie wurde in wissenschaftlichen Studien mehrerer Universitätskliniken u.a. in Orlando, Mailand, Tokio und Taipeh bestätigt.
Vor 14 Jahren entwickelte die Orthopädische Klinik Kassel in Zusammenarbeit mit der Firma Dornier ein Stoßwellengerät für den speziellen Einsatz in der Orthopädie.
Die Idee, mit der - aus der Nierenstein-Zertrümmerung bekannten - Stoßwellentherapie schmerzhafte Verkalkungen in der Schultersehne oder einen Tennisellenbogen ohne Operation zu behandeln, hat funktioniert. Die Effektivität der Stoßwellentherapie wurde in wissenschaftlichen Studien mehrerer Universitätskliniken u.a. in Orlando, Mailand, Tokio und Taipeh bestätigt.
Heute werden in vielen Kliniken mit diesen energiereichen Wellen nicht nur schmerzhafte Kalkdepots in der Schulter und überlastete Sehnenansätze am Knochen behandelt, sondern auch schlecht heilende Knochenbrüche und Durchblutungsstörungen.
Die Stoßwellentherapie ist eine den Patienten sehr schonende, aber effektive Schmerztherapie. Operationen, die früher notwendig gewesen wären, können vermieden werden und der Patient trägt höchstens einen „kleinen blauen Fleck“ davon. Die Stoßwellentherapie fördert die Durchblutung des behandelten Gewebes und die Neubildung von Blutgefäßen. Dadurch stimuliert sie die körpereigenen Heilungskräfte.
Wegen ihrer Pionierleistung nimmt die Orthopädische Klinik Kassel mit ihrer Grundlagenforschung und ihren praktischen Erfahrungen an internationalen Studien teil. Angestoßen von Behandlungsergebnissen in der Orthopädie, erproben mittlerweile weitere medizinische Fachgebiete die Stoßwellentherapie z.B. bei Hauttransplantationen oder bei Durchblutungsstörungen am Herzen.
Anwendungsgebiet Fersensporn
Der Fersensporn entsteht durch eine dauernde Überbelastung des Fußes, vor allem an der großen Sehnenplatte unter der Fußsohle. Dadurch entstehen kleine Risse in der Sehne. Der Körper lagert dann – wie bei einem Knochenbruch – Kalk ab und „kittet“ damit die Risse. Durch den permanenten Reizzustand entsteht nach und nach der Fersensporn. Er sieht allerdings nicht – wie der Name zunächst vermuten lässt – aus wie ein Dorn, sondern eher wie ein flächiges Kalkgebilde innerhalb der Ferse.
Ein Fersensporn ist meist ohne Operation gut zu behandeln. Wenn indes Antirheumatika, Einlagen zur Entlastung oder auch eine Gewichtsreduktion nicht erfolgreich sind, hilft die Stoßwellentherapie. Denn sie ist im Gegensatz zu Cortison-Spritzen ohne Nebenwirkungen. Und so funktioniert’s: Das Stoßwellengerät sendet energiereiche Schallwellen auf den Fersensporn. Diese Stoßwellen regen die Durchblutung an, der Körper transportiert Stammzellen sozusagen als Reparaturteam an den Schmerzort und baut den Kalk des Fersensporns nach und nach ab. Meist reichen drei Behandlungen im Abstand von einer Woche aus. In 70 – 80 Prozent aller Fälle verschwindet der Fersensporn und die Patienten sind wieder schmerzfrei.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Neue Hüfte durchs „Schlüsselloch“:
Neue Prothesenmodelle und das entsprechende Know How der Operateure machen es möglich
am 05.02.2008 • erschienen auf NH24.de
 | | Prof. Dr. Werner Siebert |
| Auch ein künstliches Hüftgelenk kann mittlerweile durch das „Schlüsselloch“, d.h. mit nur kleinen Schnitten, eingesetzt werden. Neue Prothesenmodelle und das entsprechende Know How der Operateure ermöglichen es, künstliche Hüftgelenke minimal-invasiv zu implantieren. Das Operationsgebiet wird nur gering geöffnet und es entsteht eine wesentlich kleinere Narbe als bisher. |
Kleine Schnitte – kleine Narbe
Die Schnitte sind ca. 7 – 9 cm lang. Das heißt, sie sind im Vergleich zur herkömmlichen Schnittlänge (rd. 20 cm) weniger als halb so kurz. Bei Patientinnen lässt sich ein Leistenschnitt machen, der dann an der Seite überhaupt keine Narbe ergibt und auch beim Baden und Sonnen nicht zu sehen ist. Bei Männern, die oft sehr muskelkräftig sind, ist ein Schnitt von etwa 10 cm an der Seite des Oberschenkels möglich.
Neue Prothesenmodelle
Es gibt seit einigen Jahren sogenannte „Kurzschaftprothesen“ wie sie in der Mayo-Klinik in den USA entwickelt worden sind. Diese Prothesen sind mit etwa 7 bis 9 cm Schaftlänge deutlich kürzer als die herkömmlichen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, reine Oberflächenersatzprothesen einzusetzen, bei denen der Hüftkopf mit einer Metallschale überzogen und die Pfanne ebenfalls mit einer Metallschale ausgekleidet wird. Diese Implantate messen dann etwa 6 cm im Durchmesser und können speziell für diese „Schlüsselloch“-Technik eingesetzt werden.
Vorteile für Patienten
Die kleinere Narbe ist ein klarer ästhetischer Vorteil. Aber die minimal-invasive OP-Technik hat durchaus wichtigere Pluspunkte: Die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, wird viel weniger - im Idealfall gar nicht - geschädigt. Dadurch ist der Patient relativ schnell schmerzfrei und kann vom ersten Tag an die Hüfte voll belasten. Er kann rascher wieder laufen und deshalb auch schneller wieder nach Hause.
Nicht jeder Patient geeignet
Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks durchs „Schlüsselloch“ geht leider nicht bei allen Patienten. Ein muskulöser Körperbau und erhebliches Übergewicht stehen dieser OP-Methode entgegen, weil dann die Wege zu weit, zu tief und zu klein werden. Allerdings spielt das Alter der Patienten keine Rolle. Etwa 50 Prozent der Patienten sind für diese neue OP-Technik geeignet. Der Einsatz einer zweiten Hüftprothese (Wechseloperation) lässt sich minimal-invasiv leider noch nicht durchführen. Hierzu ist mehr Platz erforderlich, und es muss oft auch Knochen angelagert, ein Hüftgelenk neu geformt und auch der Oberschenkelknochen neu gebildet werden.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Ins Reich der Träume und zurück:
Was passiert bei einer Vollnarkose, was bei einer Regionalnarkose?
am 24.01.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Rüdiger Hain |
| Die meisten Menschen können sich vorstellen, wie ein Operateur ihren Bauch oder ihr Knie aufschneidet und wieder zunäht. Aber was macht eigentlich Derjenige, der sie ins Reich der Träume schickt und wieder zurück holt – ob bei Vollnarkose oder beim „Schlummern“ während einer Regionalanästhesie? Vielen Patienten ist eine Narkose unheimlich. Was passiert da eigentlich? Was macht ein Anästhesist? |
Was passiert bei einer Vollnarkose, was macht der Anästhesist?
Eine Vollnarkose muss man sich wie ein zeitweiliges künstliches Koma vorstellen. Der Patient erhält zunächst ein Medikament, das ihn einschlafen lässt, so dass er von den weiteren Maßnahmen nichts mehr merkt. Die künstliche Beatmung beginnt gleich nach dem „Einschlafen“. Zunächst wird mit einer Maske über Mund und Nase im Handbetrieb, später nach dem Einführen eines Tubus in die Luftröhre oder der Platzierung einer Larynxmaske über dem Kehlkopf mit Geräteunterstützung beatmet. Ein Sauerstoff-Luftgemisch sorgt nun für „frische Luft“ in den Lungen. Die kontinuierliche Verabreichung einer Kombination kurzwirksamer Medikamente, die in die Venen gespritzt oder über die Atemwege verabreicht werden, versetzt den Patienten dann endgültig ins Reich der Träume. Er ist bewusstlos, schmerzfrei und das vegetative Nervensystem ist gedämpft. Der Anästhesist beobachtet nun während der OP akribisch den Patienten, z.B. ob die Beatmung optimal ist, ob er schwitzt oder ob der Sauerstoffgehalt im Blut abnimmt. Gleichzeitig hat er ein wachsames Auge auf den Monitor, der sämtliche Vitalfunktionen u. a. Blutdruck und Herzfrequenz zeigt. Stärkere Blutverluste gleicht er entweder durch Infusionen von Flüssigkeiten, künstlichem Plasma oder Blutprodukten (Blut, Plasma) aus. Sobald sich die OP dem Ende zuneigt, fährt er die Zuführung der Medikamente herunter und entfernt den Beatmungsschlauch, wenn die eigene Atmung des Patienten wieder eingesetzt hat.
In der ARD-Klinikserie „In aller Freundschaft“ steht jeder zweite Patient im OP „auf der Kippe“. Dann folgen hektische Anweisungen der Anästhesistin wie etwa HES! Adrenalin! Blut kreuzen! Defis - weg vom Bett…!! Muss man sich den Alltag in einem OP so dramatisch vorstellen?
Die in der Klinik-Serie gespielte Hektik lässt ein guter Anästhesist gar nicht erst aufkommen. Seine Aufgabe ist es ja gerade, vorausschauend Anweisungen zu geben, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten. Die Komplikationsrate bei Vollnarkosen ist heute sehr gering. Solche dramatischen OP-Szenen sind wohl mehr der Zuschauerquote geschuldet als der Widerspiegelung des Alltags.
Wie funktioniert eine Regionalnarkose. Ist sie für den Patienten vorteilhafter als eine Vollnarkose?
Vorweg erstmal was Grundsätzliches: Der Schmerz entsteht bei einer Gewebsschädigung, also z.B. im OP-Gebiet. Die Nerven leiten den Schmerz über das Rückenmark ins Gehirn weiter, wo der Schmerz wahrgenommen wird. Im Gegensatz zur örtlichen Narkose, wo nur das Wundgebiet betäubt wird, unterbricht die Teil- oder Regionalanästhesie die Schmerzweiterleitung zum Gehirn. Der Patient nimmt den Schmerz nicht mehr wahr, ist aber nicht bewusstlos wie bei einer Vollnarkose.
Anästhesisten entscheiden sich in der Regel wenn möglich für eine Regionalnarkose z.B. beim Einsetzen einer Knieprothese, weil diese Narkoseform für den Patienten schonender ist als eine Vollnarkose. Das Herz-Kreislaufsystem wird weniger stark belastet. Bereits vor der OP wird z. B. bei Knie- oder Fußoperationen ein Schmerzkatheter für die Schmerztherapie gelegt, welche nach der Operation durchzuführen ist. Für die Operation selbst bekommt der Patient in der Regel eine Spinalanästhesie. So ist der Patient während und nach der OP schmerzfrei. Bei einer Vollnarkose kann erst nach dem Aufwachen mit der Schmerzversorgung begonnen werden z.B. durch eine Schmerzpumpe (PCA-Pumpe). Damit können sich die Patienten nach Bedarf selbst bedienen und vom Anästhesisten dosierte Schmerzmittel ohne die Gefahr der Überdosierung abrufen.
Zwei Beispiele für eine Regionalanästhesie
Eine Form der Teilnarkose ist die Plexus-Anästhesie. Sie wird meist bei Operationen an den Armen und der Schulter angewendet. Der Anästhesist sticht nach einer lokalen Betäubung mit einer Kanüle in Richtung des Nervengeflechts (Plexus) im rechten oder linken Halsbereich. Dann benutzt er ein Nervenstimulationsgerät, bei dem die Injektionskanüle über ein Kabel an eine Stromquelle angeschlossen ist. Kommt es bei niedriger Stromstärke noch zu Muskelreaktionen im gewünschten Gebiet, so ist die Injektionsnadel richtig platziert. Dann spritzt der Anästhesist in die Nähe des Nervengeflechts ein lokales Betäubungsmittel, das in die Nervenfasern eindringt und die Schmerzleitung zum Gehirn verhindert.
Bei Operationen an den Beinen z.B. beim Einsetzen einer Knieprothese entscheiden Anästhesisten sich fast immer für eine Spinalanästhesie. Das ist eine rückenmarksnahe Teilnarkose – also keine „Rückenmarksnarkose“, wie Patienten sie oft bezeichnen. In der Lendenwirbelsäule verlaufen nur noch einzelne Nervenfasern, der Rückenmarkstrang endet oberhalb. Da die Nervenfasern beweglich sind wie ein Zwirnsfaden, können selbst bei direkter Berührung durch die Nadelspitze die Nervenfasern kaum verletzt werden. Die von Patienten oft befürchteten bleibenden Nervenschäden oder gar eine Querschnittslähmung sind extrem seltene Komplikationen. Bei einer Spinalanästhesie geht der Narkosearzt ähnlich vor wie bei einer Plexus-Anästhesie. Er sucht sich mit einer feinen Nadel zwischen zwei Wirbelbögen den Weg bis in den Wirbelkanal, der mit Rückenmarksflüssigkeit gefüllt ist. Das Betäubungsmittel dringt in die Rückenmarksfasern ein und unterbricht die Schmerzweiterleitung zum Gehirn. Alle Nervenfasern der unteren Körperhälfte werden so mit einer kleinen Dosis betäubt.
Bekommen Patienten bei einer Regionalnarkose alles mit?
Diese Angst, insbesondere vor den OP-Geräuschen, haben Viele. Aber auch dafür gibt es eine Lösung. Die Patienten erhalten dann ein niedrig dosiertes Medikament, damit sie während der OP „dösen“. Sie merken nichts davon und werden nur durch eine Sauerstoffmaske auf der Nase sicherheitshalber mit einer Extraportion Sauerstoff versorgt.
Warum dürfen Patienten vor einer anstehenden Voll- oder Regionalnarkose mehrere Stunden vorher nichts mehr essen, nichts trinken und nicht rauchen?
Eine Vollnarkose ist ein künstliches Koma, in dem auch lebenswichtige Reflexe ausbleiben. Das heißt, ein Patient kann auch nicht schlucken oder husten. Wenn nun Mageninhalt durch die Speiseröhre zurück in die Luftröhre fließen würde, bestünde akute Lebensgefahr. Beim Rauchen stimuliert das Nikotin selbst einen leeren Magen, Magensäure zu produzieren und diese könnte in Narkose auch zurück in die Luftröhre fließen. Auch im Vorfeld einer Regionalnarkose gelten diese Regeln als Vorsorgemaßnahme, denn auch hier werden die Patienten in einen leichten Dämmerschlaf versetzt. Diese strikten Verbote dienen ausschließlich der Sicherheit des Patienten. Natürlich fragt sich jetzt jeder: Was machen die eigentlich bei einer Not-Operation mit vollem Magen? Das ist das größte Risiko bei einer Not-OP. Dann werden ganz spezielle Techniken angewandt, um den Rückfluss des Mageninhalts möglichst abzuwenden.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Osteoporose Früh erkannt:
Gefahr gebannt
am 21.01.2008 • erschienen auf NH24.de
 | Dr. Bodo Schlangmann |
| Jede dritte Frau in Deutschland ist von Osteoporose betroffen. Die Knochenmasse geht zurück und die Knochenstruktur wird porös. Osteoporose nimmt ab dem 60. Lebensjahr deutlich zu. Die schwerwiegendste Folge sind Knochenbrüche, unter denen vor allem Frauen nach den Wechseljahren leiden. Am häufigsten kommt es zu Wirbelkörperbrüchen, die unbehandelt dazu führen, dass sich die Wirbelsäule verkürzt und nach vorne fällt. |
Es entsteht eine schmerzhafte Verkrümmung der Brust- und Lendenwirbelsäule (Kyphose oder „Witwenbuckel“) zum Teil mit Atmungseinschränkung und Überlastung der Rückenmuskulatur. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig abzuklären, ob eine Osteoporose vorliegt. Moderne und schmerzfreie Diagnose-Technik, Beratung hinsichtlich Ernährung und Bewegung, gezielte Verabreichung von Medikamenten und Vitaminen und eine individuell orientierte Behandlung ermöglichen ein weitgehend schmerzfreies Leben auch mit Osteoporose. |
Knochendichtemessung – Grundlage der Therapie
Die Knochendichtemessung nach der DEXA-Methode ist die beste apparative Diagnostik, um frühzeitig eine Osteoporose festzustellen. Für Patienten ist diese Untersuchung völlig schmerzfrei. Mit sehr niedrig dosierter Strahlung wird der Knochenmineralsalzgehalt an der Lendenwirbelsäule und den Schenkelhalsknochen gemessen.
Alternativ ist jedoch auch die Messung am Unterarm bzw. bei Patienten mit einer Hüftprothese auch die Vermessung nur eines Schenkelhalses möglich. Die ermittelten Werte werden dann sowohl mit Standardwerten von jungen, gesunden Personen als auch mit gleichaltrigen Personen verglichen. Dieser Vergleich ermöglicht sowohl die exakte Diagnose einer Osteoporose, erlaubt aber auch die Einschätzung des zukünftigen Risikos für Knochenbrüche und gibt Hinweise, ob eine medikamentöse Therapie erforderlich ist.
Die ermittelten Messwerte sind neben der Krankheitsgeschichte, dem körperlichen Befund sowie einer Laboruntersuchung die Grundlagen, um eine individuell orientierte Therapie einzuleiten. Hat die Knochendichtemessung eine Osteoporose diagnostiziert, dann sind Kontrollmessungen erforderlich, um sowohl den Therapieerfolg als auch ein Voranschreiten der Erkrankung frühzeitig erkennen zu können. Die Abstände der Kontrollmessungen sind im Einzelfall vom Arzt festzulegen und normalerweise frühestens nach einem Jahr angezeigt.
Ein kleiner Ballon verhindert krummen Rücken Auch wenn es schon zu Wirbelkörperbrüchen gekommen ist, gibt es Hilfe: die so genannte „Ballon-Kyphoplastie“. In einer kurzen, minimal-invasiven Operation mit lokaler Narkose wird ein kleiner zusammengefalteter Ballon mit einer Kanüle von außen in den gebrochenen Wirbelkörper eingeführt. Abb. 1 Der Ballon wird mit Kontrastmittel gefüllt und aufgedehnt. Hierdurch kann der Vorgang der Wirbelkörperaufrichtung in der Röntgendurchleuchtung kontrolliert werden. Der so im wieder aufgerichteten Wirbel entstandene Hohlraum wird schließlich mit Spezialzement gefüllt.
Hierdurch werden gebrochene Wirbelkörper dauerhaft gestützt und eine schmerzhafte Verkrümmung des Rückens vermieden. Die „Ballon-Kyphoplastie“ ist die schonendste und sicherste Behandlungsform bei Wirbelkörperbrüchen, die gegenwärtig zur Verfügung steht. Allerdings muss der Wirbelbruch „frisch“ sein und darf nicht Monate zurückliegen.
Text: Dr. Gisela Heimbach
Wenn’s knirscht und schmerzt:
Behandlungsmethoden bei Gelenkknorpelschäden
am 14.01.2008 • erschienen auf NH24.de
 | | Prof. Dr. Werner Siebert |
| Beim Sonntagsspaziergang am Bordstein den Fuß umgeknickt, die letzte Treppenstufe übersehen und hingeschlagen, mit dem Pumps im Pflaster hängen geblieben und das Knie verdreht oder beim Sprung zum entscheidenden Handball-Tor falsch aufgekommen. Unterschiedlichste Ursachen aus Alltag, Freizeit und Sport sind es, die zu einer Verdrehung des Sprung- Knie- oder Handgelenks führen können. Sehr oft bleibt es nicht bei einer leichten Verstauchung, sondern es kommt zu handfesten Knorpelschäden mit Schwellung, Bluterguss, Blockierung des Gelenks und demzufolge natürlich heftigen Schmerzen. |
Wenn etwa Schmerzmittel und Krankengymnastik die Schmerzen nicht lindern, sollte der Knorpelschaden operativ behoben werden. Denn unbehandelt führen solche Schäden oder Ausrisse am Knorpel schon in jungen Jahren unweigerlich zu schmerzhaftem Gelenkverschleiß (Arthrose). Im Großen und Ganzen gibt es drei Methoden, um kleinere und mittlere Knorpelschäden operativ zu beseitigen. |
Reparatur durchs eigene Blut
Bei Knorpelschäden werden mit einem kleinen Bohrer oder Meißel kleine Löcher in den angrenzenden Knochenbereich gebohrt. „Mikrofrakturierung“ heißt der Fachbegriff. Diese Mini-Löcher versucht der Körper nun zu reparieren, indem er Blut und Zellen in den Defektbereich einlagert. In einigen Monaten bildet sich daraus narbiges Bindegewebe und es entsteht ein Ersatzknorpel an der geschädigten Stelle. Diese Mikrofrakturierung bei Gelenkknorpelschäden aller Art wird minimal-invasiv - also mit Mini-Schnitten - durchgeführt. Das heißt, der Eingriff belastet den Patienten nur wenig. Diese Methode der Ersatzknorpel-Herstellung ist durchaus auch eine Methode, um im frühen Stadium einer fortschreitenden Arthrose den Zeitpunkt einer notwendigen Gelenkprothese hinaus zu schieben. Da sich der Ersatzknorpel von der normalen Knorpelmasse unterscheidet, ist seine Belastbarkeit und Haltbarkeit begrenzt. Dies ist aber individuell durchaus verschieden.
Körpereigene Knochen-Knorpelspende
Eine weitere Möglichkeit, Gelenkknorpelschäden zu „reparieren“, ist die Verpflanzung eines körpereigenen Knochen-Knorpelzylinders, die sogenannte „Osteochondrale Transplantation“ oder „Mosaikplastik“. Aus nicht- oder gering tragenden Gelenkanteilen werden Knochen-Knorpelstückchen ausgestanzt und - wenn möglich flächendeckend - in den Defektbereich eingepflanzt. Hier bildet sich dann nur an den Übergängen Ersatzfaserknorpel. Auch diese Operation wird in der Regel arthroskopisch, also durchs Schlüsselloch durchgeführt. Das Abdecken von Knorpelschäden durch eine körpereigene Knochen-Knorpeltransplantation hat natürlich Grenzen. Denn der Mensch verfügt nur über eine beschränkte Menge an verfügbarem Spenderknorpel aus wenig belasteten Gelenkbereichen. Bei größeren Gelenkschäden oder bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß eignet sich diese Methode nicht.
Knorpel aus dem Labor
Nichts ist unmöglich. Mittlerweise gibt es eine Methode, größere Gelenkschäden durch eigene Knorpelmasse aus dem Labor zu beheben. Eine ausgeprägte Arthrose darf allerdings auch hier nicht vorliegen. Eine kleine Menge Knorpel wird aus einem wenig belasteten Gelenkbereich durch eine Arthroskopie entnommen. Zellen werden heraus gelöst und dann in einem Spezial-Labor vermehrt bis die erforderliche Zellzahl pro Quadratzentimeter Defektbereich erreicht ist. Jetzt wird ein Produktionsprozess von neuem Knorpelgewebe biochemisch in Gang gesetzt. Nach wenigen Wochen kann dann in einer zweiten Operation das im Labor gewachsene Knochenzellimplantat passgenau auf die defekte Stelle zugeschnitten und eingepflanzt werden. Kaum sind die Knorpelzellen wieder „zu Hause“, produzieren sie weiter neues ursprüngliches Knorpelgewebe. Dies ist eine Methode, die sehr Erfolg versprechend ist.
Text: Dr. Gisela Heimbach