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Das Bild zeigt in fast Vogelperspektive eine auf einem Massagetisch liegende Frau, welche unter Anleitung Entspannungsübungen praktiziert.
  
    
  
      
   

Ein akut auftretender Schmerz will Ihren Körper vor einem Schaden bewahren: der akute Schmerz ist ein wichtiges Schutzsignal.

Der Schmerz, den Sie z.B. beim Kontakt der Hand mit einem heißen Gegenstand empfinden, zwingt Sie automatisch dazu, die Hand zurückzuziehen. Dadurch wird eine stärkere Verbrennung, ein stärkerer Schaden verhindert. Ein anderes Beispiel: Kommt es durch “Verheben” zu einem plötzlichen Kreuzschmerz, so führt dieser zu einer automatischen nicht willkürlich gesteuerten Muskelanspannung mit dem Ziel, im entsprechenden Areal (dort wo Sie sich “verhoben” haben) eine Ruhigstellung zu erzielen, da jede weitere Bewegung zu einer zunehmenden Schädigung und dann vermehrten Schmerzen führen würde.

Frühzeitige Behandlung zur Beseitigung der Schmerursache ist notwendig, um die Entstehung eines Dauerschmerzes (chronischer Schmerz) zu verhindern, denn dieses an sich positive Bild des Schmerzes kann sich völlig in ein Negatives umkehren.

Besteht ein Schmerz über längere Zeit (mindestens 3 Monate), verliert der Schmerz die Signalfunktion. Der chronische Schmerz wird zur Schmerzkrankheit und ist dann ein eigenständiges Krankheitsbild.

Man schätzt, daß etwa 5 Mio. Menschen in Deutschland unter solchen chronischen Schmerzen leiden. Es ist ohne weiteres verständlich, dass bei derartig lang andauernden - sinnlosen - Schmerzen auch die Psyche des Schmerzkranken zunehmend belastet wird. Umgekehrt ist es ebenso möglich, dass sich psychische Probleme in körperlich empfundene Schmerzen darstellen. Es kann zu Problemen mit dem sozialen Umfeld (sowohl im privaten Bereich als auch am Arbeitsplatz) kommen, wodurch der Schmerz weiter chronifiziert. Sinnvolle Behandlung kann nur unter Berücksichtigung all dieser Faktoren – Körper, Geist, Umfeld – erfolgen. Man spricht von einem „biopsychosozialem Behandlungskonzept“.

Eine Vielzahl chronischer Schmerzen hat ihre Ursache in Störungen der Haltungs- und Bewegungsorgane. Das ist der Grund, warum gerade der Orthopäde in sehr vielen Fällen der erste und wichtigste Ansprechpartner des Schmerzkranken ist. Andererseits ist es ebenso unumgänglich, dass eine Zusammenarbeit verschiedener ärztlicher Fachrichtungen stattfindet, da chronische Schmerzen unterschiedliche Ursachen haben können.

In Kassel wurde deshalb ein Arbeitskreis “Schmerzkonferenz” - unter anderem von dem Oberarzt und Leiter der Schmerztherapie Herrn Dr. Diethelm Träger - gegründet. Bei dieser “Schmerzkonferenz” werden Problempatienten vorgestellt und sowohl die Diagnose als auch die erforderliche Therapie gemeinsam mit interessierten Kollegen unterschiedlicher Fachrichtungen erarbeitet.

Bei den Behandlungsmöglichkeiten von Schmerzen bietet sich ein breites Spektrum an: Behandlungen mit elektrischen Strömen, Wasserbehandlung, Wärme- und Kältebehandlung, Schmerzmedikament, Krankengymnastik, medizinische Trainingstherapie, Erlernen von Körperbewusstsein, Entspannungstechniken, Chirotherapie, Akupunktur, therapeutische Lokalanästhesie, Anwendung von elektrischen Strömen in Eigentherapie (TENS), psychotherapeutische Techniken und anderes mehr (z.B. Quellgas-Therapie).

In der Hand eines erfahrenen Schmerzarztes bzw.Ärzteteams, werden alle diese Behandlungsmöglichkeiten in einer sinnvollen Kombination angewandt.